Senegal – Strandparadies und vielfältige Landschaft

Senegal – Strandparadies und vielfältige Landschaft

Beitragvon admin » 28 Mai 2018, 14:32

Wenn man an afrikanische Reiseländer denkt, so fallen einem meist nordafrikanische Länder wie Marokko oder Tunesien, im Süden Südafrika und Namibia sowie die östlichen Länder wie Tansania und Kenia ein. Die Westküste bleibt meist unentdeckt – völlig zu unrecht! Das kleine Land Senegal, umgeben von Gambia, Mali, Guinea und Mauretanien ist definitiv einen Besuch wert. Es bietet herrliche Landschaften, schöne, unberührte Strände, einen tollen Einblick in das Leben der Einheimischen, Affenbrotbäume (Baobabs) in reicher Fülle sowie viele Pelikane und andere Vogelarten.

Meine Freundin und ich kamen Samstag abends in Dakar an und wurden von unserem Fahrer willkommen geheissen und zur Farm gebracht. Diese liegt 3-4 Stunden vom Flughafen Dakar entfernt. Trotz später Stunde erwartete uns noch ein köstlicher Gemüseeintopf, den wir mit Appetit und Freude verspeisten. Wir versuchten eine erste Kommunikation mit unserem Gastgeber, jedoch war das Französisch nach dem langen Flug und der Fahrt nicht mehr ganz so präsent. Nach dem späten Essen zogen wir uns bald auf unser Zimmer zurück und genossen die erste Nacht in herrlicher Stille. Die Zimmer sind einfach, aber zweckmässig mit zwei Betten, Mosquitonetz für jedes Bett ausgestattet - das Bad befindet sich direkt im Anschluss an das Zimmer.

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Am nächsten Tag wurden wir von herrlichem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen geweckt. Wir erkundeten das Gelände und entdeckten kurze Zeit später die Pferde, die in Ruhe ihr Frühstück zu sich nahmen. Die kleine Herde besteht aktuell aus 8 Pferden – 2 Hengste, 3 Wallache und 3 Stuten. Alle sind sehr friedlich und freundlich im Umgang und machen einen gesunden, gut genährten Eindruck. Nachdem wir uns von dem beruhigenden Anblick der friedlich grasenden Pferden trennen konnten, erinnerte uns unser hungriger Magen ans Frühstück. Dort wurden wir von einer internationalen Familie überrascht, die unsere Gruppe vervollständigen sollte: eine Deutsche mit ihrem spanischen Mann, die nun beide mit ihrem Kind in Frankreich leben sowie eine französische Freundin. Alle sehr nett und wir sollten die Woche in geselliger, lustiger Runde verbringen! Zum Frühstück erwartete uns eine grosse Fülle an verschiedenen Marmeladen, Schokoladenaufstrichen und Baguettebrot – ganz gemäss den Traditionen der ehemals französischen Kolonie. Im Anschluss warteten wir gespannt auf unseren ersten Ritt, mussten uns aber noch gedulden. Wir erkundeten zuerst das Dorf und gelangten schliesslich an den Hafen. Überall fühlte man sich sicher und jeder grüsste uns freundlich. Wir durften in eines der kleineren Boote steigen und uns über das Wasser treiben lassen. Es waren einige Fischerboote unterwegs, die ihre Arbeit verrichteten und wir sahen viele verschiedene Vogelarten und eine riesige Anzahl an Pelikanen.

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Ziel war eine kleine, idyllische Anlegestelle mit Liegen direkt am Meer – perfekt eingerichtet für wunderschönen Strandurlaub!

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Wir sahen einigen Einheimischen dabei zu, wie sie ihre Schafe zum Sonntag im Meer wuschen und liefen langsam in Richtung Kirche. Auf der Insel leben Katholiken und Muslime friedlich zusammen und jeder darf die Religion ausüben, die ihm gefällt. Die Messe hatte bereits angefangen und wir betraten leise die grosse, aber einfach gestaltete katholische Kirche. Anders als bei uns war die Kirche voll besetzt und Kinder, Männer und Frauen in separaten Abschnitten – alle sehr festlich gekleidet mit wunderschönen Kleidern und Kopfbedeckungen. Der Gottesdienst wurde auf Französisch und in der Landessprache im Wechsel gehalten. Es war spannend, die Messe zu beobachten und immer wieder wurde fröhlich gesungen und die Trommeln geschwungen.

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Danach kamen wir an einem grossen Markt vorbei – etwas touristischer mit Kleidern, selbstgemachter Marmelade und kleinen Souveniren. Nach einem leckeren Mittagessen zurück auf der Farm, lernten wir unsere Pferde kennen. Mir wurde einer der Hengste zugeteilt und wir machten uns im Schritt, Trab und Galopp auf einen ersten Ritt. Die Landschaft im Senegal ist sehr flach, immer wieder begegnet man kleinen Viehherden und Dörfern. Die Vegetation ist insgesamt eher karg, wird jedoch immer wieder von kleinen Mangrovenwäldern, palmenartigen Bäumen und Baobabs unterbrochen.

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Immer wieder konnte man hunderte von Krebsen beobachten, die sich in Wassernähe schnell einbuddelten, als sie die Erschütterungen oder Pferdehufe wahrnahmen. Toll am Senegal sind die vielen Sandwege, die es überall gibt – alles ist sehr naturbelassen und reiterfreundlich. Es gibt viele Strecken, die sich zum Traben und Galoppieren eignen, was wir ausgiebig nutzten.

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Überraschenderweise hat in der Region fast jeder Einheimischer ein Pferd und meist mehrere Schweine oder Ziegen. Diese wohnen sozusagen im „Vorgarten“ einer jeder Hütte und werden zum Transport von Gemüse und anderen Waren vor die Kutsche gespannt – ein wirkliches Pferdeland!
In den Dörfern blühte bereits einiges und es erwartete uns immer wieder ein herrliches, farbenfrohes Bild voller Blumen und Büschen.

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Zurück am Stall angekommen, halfen wir beim Absatteln und Abtrensen der Pferde und wollten uns auf dem Weg zu unseren Zimmern machen für eine angenehme, kühle Dusche, jedoch war das Wasser für heute leider aufgebraucht – willkommen im wahren Afrika! Es gab eine Wasserversorgung im Dorf und das Wasser war begrenzt, wie gut, dass unser Gastgeber am Anfang des Dorfes wohnte, dort kam meist noch mehr an. Am späten Abend und in der Nacht ist die Wasserversorgung generell wieder deutlich besser. Sollte jedoch keine Dusche möglich sein, so stand jedem ein grosser Eimer mit Wasser zur Verfügung, den wir zum Duschen benutzen konnten. In geselliger Runde sassen wir danach beim Abendessen zusammen – das Essen war immer mehr als reichlich und absolut lecker! Es gab Hühnchen, Reis, Couscous oder auch mal Nudeln mit viel frischem leckeren Gemüse und Obst als Nachspeise.
Die nächsten zwei Tage waren wir 6-7 Stunden im Sattel unterwegs und genossen die herrliche Landschaft. Ich probierte eine Stute aus, die munter vorwärts schritt. Kaum ein Mensch begegnete uns und wir genossen die Stille und das Klappern der Pferdehufe. Mittags wurde im Schatten halt gemacht, die Pferde mit Fressen und Wasser versorgt und dann eine grosse Decke für uns ausgebreitet, auf der wir unser warmes Mittagessen geniessen konnten mit anschliessender längerer Mittagspause, die man zum Lesen oder für eine Siesta nutzen konnte – wie im Paradies!

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Am zweiten längeren Tag erreichten wir den lang ersehnten Strand. Hier war kaum ein Tourist unterwegs und wir genossen herrliche erfrischende Strandgaloppaden. Die Pferde waren absolut trittsicher und so konnten wir längere Strecken galoppieren. Der Sandstrand war nahezu menschenleer und es war ein tolles Erlebnis das Rauschen des Meeres zu hören und den herrlichen Sand unter den Hufen zu sehen.

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Immer wieder gab es grosse Muscheln, worüber sich unser Spanier und sein Sohn sehr freuten und wir genossen diesen Ritt, bis wir an der Unterkunft für die nächsten beiden Nächte ankamen: einem Kloster mit Zimmern direkt am Strand. Alles sehr einfach und schlicht eingerichtet, aber für uns absolut ausreichend, da wir die meiste Zeit draussen verbrachten. Auch hier war das Abendessen frisch zubereitet und sehr lecker – wir sassen zusammen und liessen es uns gut gehen.
An einem der Abende unternahmen wir einen Ausflug an den nahegelegenen Hafen. Hier wurden Fische gefangen und gehandelt und mit grossen und kleinen Schiffen antransportiert. Einige dieser Schiffe versuchen blinde Passagiere nach Europa mitzunehmen. Allerdings lässt der Zustand der Boote darauf schliessen, dass nicht viele die Überfahrt tatsächlich überleben. Benutzt werden meist bunt bemalte Pirogen – einfache historische Schifftstpyen, die aus einem Einbaum bestehen, bei dem die Seitenwände durch aufgesetzte Planken erhöht wurden.

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Wer hier in See sticht, muss hart im nehmen sein! Die Gewässer vor Westafrika gehören zu den fischreichsten der Welt und die meisten Einwohner der umliegenden Dörfer und Städte leben vom Fischfang und Fischhandel, allerdings warnen immer mehr Umweltschützer vor Überfischung. Die Atmosphäre am Hafen ist geschäftig, der Geruch etwas gewöhnungsbedürftig. Pirogen kommen relativ nah an Land und Träger laufen immer wieder hin und her, um die gefangenen Fische entgegenzunehmen und sie an Land zu bringen – eine harte und sehr anstrengende Arbeit. Dort werden sie gewaschen und in Fischkörben oder Plastikkisten gesammelt. Anschliessend werden Sie verkauft und meist mit Hilfe von Eseln und Pferden weggebracht oder in grosse Transporter gepackt, die die Kühlhäuser in Dakar in der gleichen Nacht erreichen müssen.

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Hinter den Transportern war ein Markt aufgebaut, auf dem vor allem Frauen Obst, Gemüse, Fleisch und Elektronik verkaufen. Wir machten uns danach bei Sonnenuntergang am Strand entlang auf den Weg zurück zum Kloster. Für uns als Europäer war es schwer, das geschäftige Treiben, den vielen Müll und die harte Arbeit der Fischer mitanzusehen. Es vermittelte allerdings einen wichtigen Einblick in das alltägliche Leben der Einheimischen und zeigte uns gleichzeitig, wie gut wir es in Europa haben...
Den nächsten Tag liessen wir etwas ruhiger angehen – wir unternahmen morgens herrliche Galoppaden und verbrachten einige Stunden am Strand und kehrten am frühen Nachmittag zum Mittagessen zum Kloster zurück. Am Nachmittag durfte jeder mit Schwimmsachen aufs Pferd und wir gingen mit den Pferden ins Wasser – ein herrlicher Spass! Einige planschten am Rand, andere gingen tiefer ins Wasser bis sie schwammen und das kühle Nass genossen. Wir brachten die Pferde anschliessend wieder zum Kloster zurück und machten es uns beim gemeinsamen Abendessen gemütlich.
Der nächste Tag erwartete uns mit einer langen Reitzeit von ca. 7 Stunden. Wir ritten an Affenbrotbäumen und tollen einsamen Landschaften vorbei und erreichten einen grossen Platz, auf dem tonnenweise Fisch gelagert wurde. Dieser wurde geräuchert und im Anschluss mit Pferde und Eseln weitertransportiert.

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Im Anschluss daran ging es weiter zu den Saloum-Inseln. Diese bestehen aus ineinander verstrickten Mangrovenbäumen und das Gebiet wurde 1981 zum Weltbiosphärenreservat und 2011 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Wir ritten bis zur Insel Fadiouth, eine von drei Muschelinseln im Senegal. Dort liessen wir die Pferde zurück und besuchten den Friedhof, der nur aus Muscheln bestand und katholische und muslimische Gräber beherbergte.

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Wir liefen über eine Holzbrücke auf die Insel und besuchten die Dorfbewohner. Dort leben ca. 9000 Einwohner auf sehr dichtem Raum zusammen. Wir liefen durch das Dorf, kamen an einigen Läden und einer Schule vorbei und machten unterwegs Halt bei einem kleinen Laden. Dort durfte sich jeder ein kühles Getränk aussuchen und nahm es als wohltuende Erfrischung bei dem heissen Wetter wahr (wie man sich über eine Cola freuen konnte!), bevor wir uns auf den Rückweg machten und uns wieder aufs Pferd schwingen konnten. Wir durchquerten unterwegs eine Meeresenge und das Wasser reichte bis über den Bauch des Pferdes, es machte richtig Spass mit den trittsicheren Pferden hindurchzuwaten und alle freuten sich über das kühle Nass!

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Wir erreichten gegen Abend die Farm und genossen den Sonnenuntergang bei einem Drink und netten Gespräch bevor wir uns das Abendessen schmecken liessen.
Für den nächsten Tag war ein etwas kürzerer Reittag angedacht. Wir ritten in die nähere Umgebung der Farm, kamen an einem riesigen Termitenhügel vorbei und genossen erneut die Stille und die herrlichen Galoppaden auf Sandwegen. Immer wieder ritten wir durch kleinere Dörfer und hielten an, um die Pferde trinken zu lassen. Die Einheimischen sind sehr pferdefreundlich und freuten sich über unseren Besuch. Zwei unserer Mitreiter durften sich heute im Kutsche fahren üben und wir trafen die beiden beim Mittagspicknick im angenehmen Schatten wieder.

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Dort genossen wir die Zeit bis zum frühen Nachmittag, als es nicht mehr ganz so heiss war und ritten anschliessend in flotterem Tempo zurück zur Farm. Dort mussten meine Freundin und ich uns bereits von unseren Pferden verabschieden, da wir in der Nacht zurück nach Deutschland flogen. Uns fiel der Abschied von unseren Pferden, dem Gastgeber und der tollen Gruppe schwer und wir blickten mit vielen Erinnerungen auf diese wundeschöne Woche zurück, als wir in Dakar in den Flieger stiegen – auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen!

Alle Informationen zum Programm finden Sie unter http://www.reiterreisen.com/av-esgri01.htm

Angelika Kaiser, April 2018
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