Tuli Safari – Land der Giganten

Tuli Safari – Land der Giganten

Beitragvon admin » 09 Apr 2018, 16:23

Auf nach Afrika in die Wärme hiess es für mich und meine Freundin, als wir uns auf den Weg nach Basel zum Flughafen machten, voller Vorfreude auf eine wunderschöne Woche in Botswana! Wir landeten nach dem Nachtflug gut in Johannesburg und wurden gleich wärmstens empfangen. Gemeinsam fuhren wir zur Lodge am See, wo wir eine Einstiegsnacht verbringen sollten. Bei der Tuli Safari wird man normalerweise mit dem Charterflugzeug ins Camp nach Botswana gebracht, aber wir beschlossen unsere Reise auf der wunderschönen Lodge am See zu beginnen. Wir kamen dort an und uns erwartete herrliches Wetter – warm und Sonnenschein. Genau das Richtige für uns Deutsche, die Regen und kaltes Wetter hinter sich lassen wollten. Wir entspannten den Vormittag am See und liessen es uns bei einem leckeren Mittagessen gut gehen.

IMG_7663_klein.jpg
IMG_7663_klein.jpg (232.42 KiB) 217-mal betrachtet


Es waren einige Gäste verschiedener Nationalität vor Ort und wir fühlten uns von Anfang an wohl und unterhielten uns. Am Nachmittag durften wir Polocrosse ausprobieren, was sich als gar nicht so leicht herausstellte. Die Anfänge probierten wir ohne Pferd – die richtige Haltung des Schlägers und das Aufheben des Balles. Das war noch machbar. Sass man allerdings auf dem Pferd und war auch noch in Bewegung, sah die Sache etwas anders aus. Wir versuchten unser Bestes und konnten einige kleine Spiele nach der ersten Erklärung der Spielregeln wagen. Nicht immer erwischten wir den Ball, mussten noch einmal umdrehen oder verloren ihn auf der Hälfte des Weges wieder. Mit etwas Übung kommt man hier sicherlich besser zurecht. Spass hat es trotzdem gemacht, es war schliesslich ein Spiel, bei dem es darum ging, sich selbst und sein Pferd etwas auszutesten.

IMG_7680_klein.jpg
IMG_7680_klein.jpg (186.37 KiB) 217-mal betrachtet


Am Ende erwartete uns am Spielfeld ein herrlicher erster Sundowner und wir ritten im Schritt zurück zum Stall. Abends sassen wir mit allen Gästen an einem Tisch und durften uns auf ein leckeres Drei-Gänge Menü freuen, bei dem wir gemütlich in geselliger Runde zusammensassen. Der nächste Tag begann früh mit einem Frühstück im Sonnenschein und einem anschliessenden Ritt durch die Umgebung. Erste Zebras und Antilopen zeigten sich und wir genossen die Buschlandschaft. Die Ruhe, Stille und die Landschaft sind immer wieder beeindruckend und man vermist alles sehr, sobald man wieder zu Hause ist. Am Ende des Rittes begegneten wir einer grösseren Gruppe von jungen Reitern, denen wir uns anschlossen. Sie hatten den ersten Teil des African Explorer (http://www.reiterreisen.com/tba008.htm) geritten und sollten mit uns nach Botswana kommen. Es war eine sehr dynamische Gruppe im gleichen Alter aus unterschiedlichen Ländern. Alle sehr nett mit einem gleichen Interesse – Reiten! Auf der Lodge angekommen, mussten wir uns bereits von den Gastgebern Laura und Kirsty verabschieden und die wunderschöne Gegend der Lodge hinter uns lassen – es ging für uns weiter nach Botswana. Alle in einem Bus machten wir uns auf den ca. 4-stündigen Weg mit kleinen Pausen zwischendrin. Wir erreichten die Grenze zu Botswana und es dauerte noch einige Zeit, bis alle Formalitäten erledigt und die Stempel im Reisepass gesetzt waren. Auf der anderen Seite erwartete uns bereits Mpho, unser humorvoller Guide für die Woche, mit dem Jeep und brachte uns zu den Stallungen. Dort angekommen wurden wir von Lindy, der Campmanagerin, begrüsst. Wir erhielten die ersten Einweisungen und durften uns zum leckeren Mittagessen einfinden. Wir wurden nach unseren Pferdewünschen gefragt und Lindy nahm die Pferdeeinteilung vor. Mir wurde ein recht auffälliges geschecktes Pferd zugewiesen – Hidalgo, wie ich bald schon merken sollte, ein absoluter Schatz! Wir erhielten von Lindy und später Mpho die Sicherheitshinweise und Verhaltensregeln bei Grosswild. Bei Löwensichtung im ruhigen Schritt weg reiten um keine Beutegefühle bei den grossen Katzen zu wecken – das klang spannend...Wir machten uns bereits aufgeregt für unseren ersten Ritt bereit und jeder lernte sein Pferd kennen. Mein Pferd war grösser als erwartet und mit seiner besonderen Fellzeichnung gleich zu erkennen. Wir ritten los und jeder musste nach einer Weile vorreiten – eine Runde in ruhigem und etwas schnellerem Galopp und danach zurück zur Gruppe. Die Sicherheit steht in Botswana natürlich an oberster Stelle, schliesslich trifft man immer wieder auf Grosswild und auch Löwen und Leoparden kommen nicht selten vor. Hidalgo liess sich gut reiten und war vorwärtsgehend und ein absolutes Traumpferd- ich war begeistert! Wir schafften es alle durch die Proberunde und brachen auf zu unserem ersten Ritt. Bereits am Anfang unseres Rittes zogen immer wieder Zebras und Impalas an uns vorbei und ich war bereits wieder völlig in der afrikanischen Welt angekommen.

IMG_7707_klein.jpg
IMG_7707_klein.jpg (287.43 KiB) 216-mal betrachtet


Weite, offene Landschaft erwartete uns mit vielen Büschen zwischendurch. Am Ende unseres heutigen Rittes erwartete uns eine weitere Überraschung – ein grosser Elefantenbulle stand vor uns, liess sich aber beim Fressen nicht stören.
Diese riesigen Tiere zu beobachten ist jedes Mal aufs Neue etwas Besonderes, ich kann mich nicht satt daran sehen!

IMG_7715_klein.jpg
IMG_7715_klein.jpg (286.8 KiB) 216-mal betrachtet


IMG_7724_klein.jpg
IMG_7724_klein.jpg (226.1 KiB) 216-mal betrachtet


Wir erlebten auf dem weiteren Ritt einen wunderschönen Sonnenuntergang und kamen am Camp an. Das Camp bestand aus festen Zelten mit Feldbetten und einem Aufenthaltsbereich sowie einem überdachten Platz für das Abendessen, einem Lagerfeuer und einem Pool. Absolut schön zum Entspannen und um die Seele baumeln zu lassen. Das Abendessen war köstlich und wir wurden mit drei Gängen verwöhnt. Die Vorspeise und das Dessert kamen direkt an den Tisch, beim Hauptgang durfte man sich nehmen, was man wollte. Wir hatten zwei Köchinnen an unserer Seite, die in jedem Camp mit dabei waren und uns immer, trotz kleiner Kochausrüstung und Kochgelegenheiten, köstliche Sachen zauberten.
Die nächsten Tage verbrachten wir viele schöne Stunden im Sattel. Wir ritten täglich sehr früh los, da es bereits gegen 10/11 Uhr sehr heiss wurde und versuchten, die Mittagssonne zu vermeiden, indem wir gegen Mittag meist am Camp für den Abend bereits ankamen. Generell waren wir 5-6 Stunden täglich unterwegs. Wir genossen lange, wunderschöne Galoppaden und sahen auf unserem Weg immer wieder neugierige Zebraherden und grosse Impalaherden sowie Kudus und Elands. Obwohl Elefanten wahrlich keine kleinen Tiere sind, kamen sie manchmal plötzlich hinter einem Busch hervor oder tauchten im ausgetrockneten Flusslauf rechts oder links von uns auf. Oftmals waren es grössere Herden mit kleinen Babys und wir kamen recht nahe an sie heran. Mpho wusste die Stimmung der Elefanten sehr gut einzuschätzen und so konnten wir uns still den Elefanten nähern und unsere Pferde friedlich daneben grasen lassen. Der Anblick von einer Herde Elefanten mit kleinen Babyelefanten, die gerade einmal ein paar Wochen alt waren und im Wasser planschten, sich mit Wasser bespritzten oder sich im Schlamm suhlten, war wirklich ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst.

IMG_8206_klein.jpg
IMG_8206_klein.jpg (203.69 KiB) 216-mal betrachtet


IMG_8146_klein.jpg
IMG_8146_klein.jpg (252.42 KiB) 216-mal betrachtet


Unsere zweite Unterkunft, in der wir zwei Nächte verbrachten, war Kgotla – Kgotla ist ein festes Camp mit einem grossen Rundplatz unter freiem Himmel, in dem Betten für uns alle aufgestellt wurden. In separaten Bereichen findet man Toiletten und Duschen, ein richtiges Afrikaerlebnis! Der Essbereich fiel mit dem „Schlafzimmer“ zusammen und so verbrachten wir erzählend und lachend viele Stunden in unserer Gruppe und hatten sehr viel Spass zusammen. Dieses Camp ist wirklich etwas Besonderes und unter freiem Himmel einzuschlafen und wieder aufzuwachen hat etwas Bezauberndes an sich.
Von dem Camp aus unternahmen wir an einem der Nachmittage eine Buschwanderung, um die Natur auch einmal von unten aus betrachten zu können. Wir sahen einige Paviane, die um die Rangordnung kämpften und erfuhren einiges über die Pflanzenwelt in Botswana. Wir kletterten auf einen Hügel, um von dort den Sonnenuntergang in vollen Zügen geniessen zu können. Wir hatten eine herrliche Aussicht und bei einem Sundowner machten wir es uns gemütlich und bewunderten die Sonne, wie sie langsam hinter dem Horizont verschwand.

IMG_7821_klein.jpg
IMG_7821_klein.jpg (96.95 KiB) 215-mal betrachtet


Die dritte Unterkunft, in der wir nach Kgotla gingen, war ein schön gelegenes Cottage mit festen Zimmern und Betten. Ein Kontrast zu Kgotla, aber auch sehr schön angelegt mit einem tollen Blick auf das ausgetrocknete Flussbett, in dem man bei einem höheren Wasserstand mit Sicherheit einige Tiere beim Trinken sehen kann. Von hier aus machten wir auch eine Jeepsafari, um weitere Tiere zu sehen. Wir hatten Glück und sahen schon bald drei ausgewachsene Löwen in einem ausgetrockneten Flussbett. Voll gefressen lagen sie dort und schliefen – kaum zu glauben, dass diese friedlich aussehenden Katzen so gefährlich sein können!

IMG_8007_klein.jpg
IMG_8007_klein.jpg (236.68 KiB) 215-mal betrachtet


Wenige Minuten später sahen wir eine riesige Hyänenfamilie mit Jungen, versteckt unter einigen Zweigen und Büschen. Wir blieben eine Weile stehen und konnten die Kleinen beim Trinken beobachten – so süss! Wir konnten nicht verstehen, warum diese goldigen kleinen Kerlchen zu den hässlichen Big Five (Warzenschwein, Marabu, Geier, Gnu, Hyäne) gehören sollen.

IMG_8050_klein.jpg
IMG_8050_klein.jpg (310.14 KiB) 215-mal betrachtet


Müde und zufrieden von den vielen Tierbeobachtungen kamen wir abends bei Dunkelheit wieder zum Cottage zurück und verbrachten dort unser letztes gemeinsames Abendessen in der Gruppe, da ein Grossteil der Gruppe uns am nächsten Tag bereits verlassen musste – diese hatten ursprünglich den African Explorer (http://www.reiterreisen.com/tba008.htm) gebucht, der immer freitags endet, wir dagegen die Tuli Safari (http://www.reiterreisen.com/tul008.htm) mit Ende am Sonntag, wir hatten also noch zwei ereignisreiche Tage vor uns. Unsere lieben und immer gut gelaunten Köchinnnen Martha und Grace sangen mit den Jungs, die im Stall mithalfen, einige Lieder für uns und tanzten dazu – wir waren also bestens unterhalten! Wir genossen die Zeit zusammen und unterhielten uns bei Kerzenschein – in unserer Gruppe ging der Gesprächsstoff selten aus!
Der nächste Morgen brach wie immer früh an und wir ritten einige Stunden durch die herrliche, wunderschöne Natur, bis wir den Treffpunkt erreichten, an dem wir uns von der Gruppe verabschieden mussten. Es war ein seltsamer Moment, da wir nun statt acht Personen nur noch zwei mit den beiden Guides waren und wir brauchten ein bisschen Zeit, um uns daran zu gewöhnen. Schön war es aber auch in der kleinen Gruppe. Wir sahen immer wieder grosse Herden Elefanten und konnten sie an uns vorbeiziehen sehen. Am Nachmittag kamen wir an unserem Camp, dem Fly Camp, an. Zelte wurden für uns aufgebaut und wir genossen eine Dusche und einen ruhigen, gemütlichen Nachmittag im Schatten eines grossen Baumes, nur umgeben von Buschgeräuschen. Später brachen wir auf zu Pete´s Pond – einem tollen Aussichtspunkt für viele Wildtiere. Es ist eine Kamera direkt an einem kleinen See installiert, die von Volontären betrieben wird. Man kann dort auf einer Anhöhe sitzen und den See beobachten, ohne von den Tieren gesehen zu werden. Ein Impala besuchte uns sowie ein grosses Krokodil, das sich durchs Wasser gleiten liess. Wir warteten geduldig, ob weitere Tiere zu sehen waren und links von uns tauchte eine Herde Elefanten auf, über die wir uns sehr freuten. Sie planschten im Wasser und bespritzten sich gegenseitig. Wir hatten Getränke dabei und so konnten wir bei Knabbereien und etwas Leckerem zu trinken den Sonnenuntergang in voller Schönheit geniessen – ein wahrer Traum! Wir machten uns auf den Rückweg und liessen es uns bei unserem 3-Gänge-Menü gut gehen bevor wir fest einschliefen und die Geräusche des Busches uns begleiteten – es waren in einiger Entfernung Löwen und Elefanten zu hören.
Am nächsten Morgen brachen wir zu einen weiteren Ritt auf – es wurde wieder einmal spannend! Gleich kurz hinter unserem Camp frassen einige Elefanten, mit denen wir etwas Zeit verbringen durften. Weiter ging es im Galopp, als ich rechts von mir eine Bewegung wahrnahm und unseren Guide „Stopp“ rufen hörte. Rechts von uns, in einem ausgetrockneten Flussbett, waren sechs männliche junge Löwen unterwegs. Sie waren durch unseren Galopp aufgeschreckt worden und sprangen den Fluss hinauf bis sie schliesslich im Gebüsch verschwanden. Man weiss nie, auf was man plötzlich mitten im Busch treffen kann! Der restliche Ritt verlief ruhig und mit einigen Wildtierbeobachtungen – wir kamen an Giraffen, Zebras und einigen Schakalen vorbei und sahen grosse Herden von Impalas.

IMG_8312_klein.jpg
IMG_8312_klein.jpg (236.78 KiB) 215-mal betrachtet


IMG_8379_klein.jpg
IMG_8379_klein.jpg (190.5 KiB) 215-mal betrachtet


Eine kleine Überraschung erwartete uns noch – wir durften auf einer flachen Strecke unsere Pferdestärken etwas austesten und unsere Pferde spritzig vorwärts reiten. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass mein Pferd noch so viele Gänge zur Verfügung hatte! Am frühen Nachmittag erreichten wir das Camp, in dem wir die erste Nacht in Botswana bereits verbringen durften. Wir liessen es uns am Pool gut gehen und genossen das warme Wetter. Nicht weit von unserem Camp entfernt waren Elefanten, die wir aus sicherer Entfernung betrachteten. Am Abend kam Lindy, die Campmanagerin, zu Besuch und wir sassen beim Abendessen und später am Lagerfeuer in geselliger Runde zusammen, bevor schliesslich unsere letzte Nacht im Busch anbrach und wir ein letztes Mal die unterschiedlichen Geräusche bei Nacht in uns aufnahmen. Am nächsten Morgen frühstückten wir gemütlich und schwangen uns ein letztes Mal aufs Pferd. Immer wieder sahen wir Elefanten, Giraffen, Zebras und Antilopen und freuten uns, so viel noch einmal sehen zu dürfen. Beim Stall angekommen, verabschiedeten wir uns traurig von unseren Pferden, duschten und assen gemütlich zu Mittag bevor es zum Airstrip ging, auf dem kurze Zeit später unser Charterflug landete. Es war eine kleine Maschine mit Platz für 10 Personen. Die Aussicht von oben war atemberaubend, ich sah immer wieder Elefanten und Giraffen unter uns vorbeiziehen- ein gelungener Abschluss unserer Reise! Wir landeten in Lanseria und wurden von dort mit dem PKW abgeholt und zum internationalen Flughafen in Johannesburg gebracht. Von dort startete unser Flieger nach Hause. Wir hatten sehr viele wunderschöne Erinnerungen im Gepäck und sehnen uns bereits nach unserer nächsten Afrikareise.

März 2018, Angelika Kaiser
Alle Informationen zur Reise finden Sie unter http://www.reiterreisen.com/tul008.htm
Benutzeravatar
admin
Site Admin
 
Beiträge: 121
Registriert: 20 Feb 2013, 13:58

Zurück zu Unsere Reiseberichte

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

cron