Nordportugaltrail 21.09.2013 – 28.09.2013

Nordportugaltrail 21.09.2013 – 28.09.2013

Beitragvon admin » 18 Mär 2014, 18:02

Nordportugaltrail 21.09.2013 – 28.09.2013


Samstag, 21. September 2013
19:35 Uhr Ortszeit lande ich in Porto. Am Ausgang wartet der Reitführer bereits mit meinem Namensschild auf mich. Vera, meine Mit(st)reiterin der kommenden Woche ist auch schon da und so treten wir die Fahrt zur Finca an. Wir verstehen uns auf Anhieb gut.
Einquartiert in unserem herrschaftlichen Zimmer wollen wir vor dem Abendessen noch die Pferde sehen.
Der Stall befindet sich nahe beim Haus.
Carlos stellt uns seine Pferde vor und erzählt uns auch gleich ein paar nette Anekdoten über die Tiere.
Dann geht’s zum wohlverdienten Abendessen. Wir gehen in ein nahe gelegenes Restaurant, wo wir auf der Terrasse Platz nehmen und erstmals mit portugiesischer Küche verwöhnt werden. Es gibt viele verschiedene Häppchen: von Garnelen und Muscheln bis hin zu verschiedenen Fleischspezialitäten, dazu kräftigen Rotwein.
Vera und ich bekommen von Carlos noch einmal alle wichtigen Infos zum Trail und deponieren auch gleich unsere „Präferenzen“ in Sachen Pferd.

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Sonntag, 22. September 2013

Wir starten um 9:00 Uhr mit Frühstück.
Pünktlich um 9:30 Uhr finden wir uns bei den Stallungen ein. Drei Pferde stehen für die Tour bereit. Carlos weist uns die Pferde zu. Ich reite Pacifico, einen Lusitano-Araber-Wallach. Bereits am Vorabend war ich schwer von diesem Pferd beeindruckt. Mit den Lippen ist er in der Lage, die eigene Stalltür binnen weniger Sekunden zu öffnen, wenn sie nicht durch eigens dafür vorgesehene Schrauben gesichert ist. Dann geht er auf dem Gelände spazieren und grast. Und wenn ihm nach Gesellschaft ist, befreit er einfach auch die anderen Pferde.
Nach ausgiebigem Putzen, Hufe einschmieren, satteln und aufzäumen kann es endlich losgehen. Wir reiten durch die Ortschaft, erreichen aber bald ländliche, recht einsame Gegenden. Das Wetter ist traumhaft spätsommerlich. Auf breiten sandigen Wegen gibt es die ersten Galoppaden. Auf diesen Pferden fühlt man sich wie auf einem Sofa: flache Bewegung, gleichmäßiger Rhythmus und Tempo lassen das Reiterherz höher schlagen.
Wir treffen auch schon auf die erste Garranoherde, welche unsere Wege kreuzt. Die Wildpferde weichen nur wenige Meter vom Weg ab, und beobachten, wie wir an ihnen vorbeireiten. Sie sind gar nicht scheu.
In einem kleinen Dorfrestaurant machen wir Mittagsrast. Während die Pferde sich im Garten unter Bäumen ausruhen und ihr Kraftfutter bekommen, lassen wir uns im Restaurant kulinarisch verwöhnen.
Die Hündin des Hauses hat vor ca. 2 Monaten 11 Welpen geworfen, die wir natürlich begutachten müssen. Gestärkt geht es weiter Richtung Nationalpark Peneda Geres.
Auch am Nachmittag reiten wir viel auf Sandwegen und begegnen immer wieder Garranos, die uns teilweise auch ein Stück weit folgen. Angekommen am Eingang des Nationalparks gibt es Gelegenheit, die Eingangshalle des Parks mit allen Infos zu besichtigen. Man kann im Park Wandern, wir haben das Privileg, morgen durch den Park zu reiten.
Die Pferde werden bei einem nahe gelegenen Hof auf einer Wiese für die Nachtruhe untergebracht. Nach der Versorgung der Pferde gönnen wir uns ein kühles Bier, bevor wir mit dem Auto zurück fahren.
Abendessen gibt es heute in einem anderen, typisch portugiesischem Restaurant. Den Abend beenden wir bei einem „Absacker“ in einer Kneipe im Ort.

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Montag, 23. September 2013
Nach dem Frühstück fahren wir zu den Pferden.
Heute geht es durch den Nationalpark. Das Wetter ist auch heute traumhaft schön.
Gleich in der Früh reiten wir durch Wälder, wo wir zahlreichen Wildkühen und Garranopferden begegnen. Gegen Mittag erreichen wir die Hochebene. Eine unendliche Weite tut sich vor unseren Augen auf. Wir reiten auf breiten Sandwegen, die Sträucher zeigen sich in herbstlichen Farben. Über unsern Köpfen beobachten wir Adler, wie sie ihre Kreise in den Lüften ziehen, auf einer Ebene sonnen sich Wildkühe.
Wir begegnen Hirten mit einer Ziegenherde.
Mittags gibt es Sandwiches. Wir machen bei einer Wasserstelle Rast, wo wir uns stärken und ausruhen.
Wildkühe kommen vorbei und wundern sich, wer ihre Wasserstelle besetzt. Zögerlich trauen sich einige von Ihnen ganz nah an uns heran.
Weiter geht es über die unendlichen Weiten des Nationalparks und zunehmend bergab bis zur nächsten Ortschaft, wo wir eine kurze Trink- und Tränkpause einlegen und anschließend die Pferde in ihrem Nachtquartier unterbringen.
Mit dem Auto geht es zurück zur Quinta.
Vor dem Abendessen bleibt noch Zeit, ein paar Längen im Pool zu schwimmen.
Heute stärken wir uns bei einem Fleisch-Fischeintopf. Ich kann gar nicht genug davon kriegen und anschließend kosten wir in einer kleinen Dorfkneipe den ersten Portwein unserer Reiterreise.

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Dienstag, 24. September 2013
Nach dem Frühstück fahren wir wieder zu den Pferden.
Unterwegs gibt es einen Zwischenstopp für Kaffee oder Portwein, ganz nach Belieben ;-)
Wie von Carlos angekündigt scharen sich die Einheimischen um uns. Ein Mann, den wir gestern getroffen hatten, findet sich bei der Putzstelle ein und sorgt für gute Unterhaltung.
Bevor es losgeht, werden die Pferde noch einmal getränkt.
Wir reiten heute durch Weinberge, alte Pfade und Wälder, vorbei an Ruinen und durch noble Viertel mit schönen Villen und gepflegten Anwesen.
Mittags machen wir in einem kleinen Restaurant zur Stärkung halt.
Am Nachmittag liegen noch die letzten paar Kilometer zum heimatlichen Stall vor uns.
Wir durchqueren den Fluss Valdevez mit den Pferden und machen eine Sightseeing Tour zu Pferd durch die Ortschaft. In der Kneipe von gestern hört man schon die Hufe und serviert uns ohne zu bestellen, Portwein auf dem Pferd. Na dann: Prost!!
Dazu spielt die Ziehharmonika und die Pferde klopfen im Takt mit den Hufen auf den Steinboden.
Home, sweet home: die Pferde freuen sich, wieder im heimatlichen Stall anzukommen. Wir werden durch freudiges Wiehern begrüßt.
Wir versorgen die Pferde und es steht uns sogar die Wahl offen, für den zweiten Teil des Trails ein anderes Pferd zu reiten. Ich habe mich gerade mit dem speziellen Charakter von Pacifico angefreundet und werde die Tour mit ihm fortführen. Vera hingegen ist neugierig und entschließt sich auf eine Stute namens Negrita umzusteigen.
Auch heute gönnen wir uns ein paar Längen im Pool, bevor wir zum Abendessen gehen. Heute gibt es Bacalhau und Bohneneintopf. Lecker!

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Mittwoch, 25. September 2013
In neuer Frische starten wir nach dem Frühstück Richtung Naturpark „Corno de Bico“.
Wir reiten durch zahlreiche Eukalyptuswälder. Die Wege bieten viele Galoppmöglichkeiten. Es ist bewölkt, in einigen Zonen gibt es Nebel. Bei diesem Wetter sind besonders viele Wildtiere zu sehen.
Mittags stärken wir uns in einem Dorfrestaurant, wo wir wieder einmal im Mittelpunkt des Dorfgeschehens sind. Die Einheimischen bemühen sich, uns in ihrem gebrochenen Englisch, die Vorzüge Ihres Landes aufzuzeigen.
Am Nachmittag reiten wir dann durch den Naturpark. Die Wege hier sind traumhaft und bieten viele Galoppmöglichkeiten. Die Pferde genießen die Strecke und wir Reiter noch viel mehr.
Am späten Nachmittag kommen wir bei unserer neuen Unterkunft an. Es ist ein altes, sehr schön gepflegtes Gebäude. Die Pferde werden auf einer von Weinbergen umragten Wiese für die Nacht untergebracht und wir beziehen unser Zimmer. Die Räume sind sehr großzügig gehalten, die Gastgeber sind sehr freundlich. Auch hier gibt es eine schöne Gartenanlage samt Pool, die Temperaturen erlauben diesmal aber nicht die Nutzung desselben.
Zum Abendessen gehen wir heute in ein Restaurant, das auf Fisch spezialisiert ist. Als Vorspeise gibt es ein paar Häppchen, als Hauptgang essen wir ganz frisch gefangene Forellen mit verschiedenen Beilagen. Köstlich!
Den Abend beenden wir im „Partyraum“ unserer Unterkunft. Wir üben uns im Billiardspielen. Carlos fordert Vera und mich heraus, es zeigt sich bald, dass er das Spiel gut beherrscht, während wir jämmerliche Laien auf diesem Gebiet sind. Wir schlagen uns tapfer, frei nach dem olympischen Gedanken: Dabeisein ist alles!

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Donnerstag, 26. September 2013
Nach einem üppigen Frühstück versorgen wir die Pferde.
Zunächst geht es durch die Ortschaft. Wir kommen am öffentlichen Waschbrunnen vorbei. Hier treffen sich die Frauen, um Ihre Wäsche zu waschen. Das ist ein Relikt von alten Zeiten, heute werden diese Orte als Treffpunkt genutzt. Schon bald kommen wir wieder in ländliche Gegend und in den Nationalpark. In den Wäldern des Parks reiten wir auf vorgegebenen Pfaden. Im Unterholz sehen wir ein Wildschwein, das sofort die Flucht ergreift, sobald es uns bemerkt. Zu schnell, um diese Begegnung fotografisch festzuhalten.
Wir reiten zu einem Aussichtspunkt. Von hier aus kann man am Horizont den Ozean entdecken und man sieht nach Spanien. Von hier aus liegt uns die Welt zu Füßen.
Mittags gibt es heute wieder Picknick. Wir machen bei einer Wasserstelle Halt, wo wir es uns gemütlich machen. Geräusche im Wald lassen uns aufhorchen. Ein Wildpferdepäärchen ist auf dem Weg zur Wasserstelle neben unserem Rastplatz. Wir verhalten uns ruhig. Zögerlich nähern sich die Tiere der Wasserstelle, um zu trinken. Wir können sie aus nächster Nähe beobachten und fotografieren.
Nach dem Essen gibt es Zeit für eine kurze „Siesta“.
Am Nachmittag gibt es noch einmal schöne Galoppmöglichkeiten und unterschiedliche Landschaftsbilder zu genießen. Am späten Nachmittag kommen wir zurück zur Unterkunft.
Es bleibt noch Zeit, für ein kühles Bier oder Eistee in der Dorfkneipe.
Das Abendessen ist heute etwas ganz besonderes. Wir essen gemeinsam mit den Gastgebern. Die Frau ist schon ganz aufgeregt. Es gibt eine Reihe von landestypischen Vorspeisenhäppchen, die so gut schmecken, dass wir fast davon schon satt sind. Als Hauptspeise gibt es Reis und Hühncheneintopf. Selbst aufgezogen und frisch geschlachtet ist diese Speise eine wahre Delikatesse.
Als Nachspeise gibt es noch Flan, einen leckeren Caramellpudding.



Freitag, 27. September 2013

Es regnet in Strömen.
Wir lassen uns mit dem Frühstück Zeit, in der Hoffnung, dass der Regen abklingt.
Nach dem Motto: ein echter Reiter kennt kein schlechtes Wetter starten wir den letzten Reittag. Der Regen lässt nach. Unterwegs können wir uns entscheiden, die geplante Route zu machen, oder einen kürzeren Weg zu nehmen. Wir entscheiden uns für die zweite Variante. Wir nehmen also den kürzesten Weg zum heimischen Stall. Den Pferden macht der Regen nichts aus.
Gegen 14 Uhr kommen wir in Arcos de Valdevez an.
Pferde versorgen und dann ab unter die heiße Dusche.
Wir fahren in ein nahe gelegenes Dorf. Dort essen wir zu Mittag und kaufen noch ein paar Souvenirs. Außerdem gibt es Gelegenheit, einen Ortsbummel zu machen und Kaffee zu trinken.
Abends besuchen wir zum letzten Mal eine Kneipe im Ort und lassen die Erinnerungen Revue passieren.
Wie immer ist die Woche viel zu schnell zu Ende gegangen.

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Samstag, 28. September 2013
Nach dem Frühstück gibt es noch einmal die Gelegenheit, uns von den Pferden zu verabschieden. Anschließend bringt Carlos Vera und mich zum Flughafen. Wir haben sehr ähnliche Flugzeiten.
Am Flughafen gibt es noch einen Riesencapuccino bevor wir uns voneinander und von Portual verabschieden.

- P. Markart

Alle Informationen zur Reise unter http://www.reiterreisen.com/qdf008.htm
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