Die rote Insel Madagaskar

Die rote Insel Madagaskar

Beitragvon admin » 07 Jun 2017, 17:07

-Madagaskar- Die viertgrößte Insel der Welt wird bisweilen der „achte Kontinent“ genannt.
Unsere gemeinsame Reise beginnt in Antananarivo der Hauptstadt, genannt Tana.
Ich lerne meine Mitreiter aus Irland, Schottland, England und Amerika kennen. Gemeinsam besuchen wir an unserem ersten Tag den Lemuren Park etwas außerhalb von Tana. In diesem Park leben Lemuren die von Wilderern oder aus Privathaushalten beschlagnahmt wurden. Es handelt sich hierbei nicht um einen gewöhnlichen Zoo, vielmehr leben die Tiere in einem angelegtem Park ohne Gitter und Gehege in Familien Verbänden. Durch die geographische Isolation beherbergt Madagaskar einen sehr hohen Anteil an endemischen Arten. Der Tiergruppe der Lemuren, die nur auf der Insel vorkommt stehen wir fasziniert gegenüber. Der wohl bekannteste Vertreter seiner Rasse sitzt mit seiner Familie vor uns. Mit dem geringelten schwarz-weißen Schwanz sind die Kattas unverwechselbar. King Julien und seine Artgenossen faszinieren uns alle.

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Wir reisen weiter Richtung Westen und erreichen Nachmittags die Farm unseres Gastgebers. Am nächsten Tag starten wir unseren ersten gemeinsamen Erkundungsritt um das Farmgelände. Für jeden unserer 6 Reiter aus der Gruppe wurde für seine Reitkenntnisse und Reitwünsche ein passendes Pferd gefunden. Mein Pferd für die nächsten Tage wird Cador, ein 1.55 großes Malagassy Pony sein.
Andre hat die Mehrheit seiner Pferde von der Rennbahn auf der Nachbarinsel Mauritius gekauft und nach Madagaskar gebracht. Nach Ihrer Zeit als Rennpferde verlieren die Tiere ihren Wert und werden in ihrer alten Heimat in der Regel erschossen. Auf der Farm haben die Pferde eine neue Heimat gefunden. Andre erzählt mit Begeisterung die Verwandlung seiner Pferde von trainierten Sportgeräten zu Freizeitpferden die Weidegang, Futterumstellung sowie Trailritte erst kennen lernen durften.

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Wir reiten auf kleinen Feldwegen über rote Erde, an Hügelketten entlang, neben grünen Reisfeldern an staunenden Kindern vorbei. Die ersten Stunden im Sattel geben uns das Gefühl für die fremden Pferde, das Terrain und den Untergrund der roten Insel.
Alle Pferde sind absolut trittsicher, menschenbezogen, unerschrocken und trotz mancher Vergangenheit im Rennsport absolut regulierbar. Sie haben ein gutes Temperament, das Equipment ist ausgezeichnet und es macht Spaß in unserer Gruppe zu reiten.
Die heutige Mittagsrast verbringen wir bei einem leckeren Sattel-Taschen-Picknick am Ufer des Sees von Mananasy. Wir tränken die Pferde und beobachten die badenden Kinder und die Frauen, die gewaschene Wäsche am Ufer des Sees zum Trocknen ausbreiten. Gleichzeitig werden auch wir von zahlreichen kleinen Augenpaaren beobachtet. Die Kinder jubeln und versuchen unsere Namen auszusprechen. Wir ernten viele Lacher als wir uns selbst an ihren Malegassischen Namen versuchen.

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Wir folgen einem Flußlauf und reiten durch das seichte Wasser vorbei an Männern und Frauen, die sich um die Arbeit auf den Feldern kümmern. Die Dorfbewohner eilen zum Fluss um die Pferde und deren Reiter zu beobachten. Sie empfangen und verabschieden uns mit einem Lächeln, einem schüchternen Gruß oder wie die Kinder mit winkenden Händen. Das Wasser spritzt um die Beine von Cador und die der anderen Pferde und bei den sommerlichen Temperaturen ist der Flußlauf eine Freude für Mensch und Tier.. Viele lange Galoppaden führen entlang der Reisterassen und der schmalen Plantagenwege. Unterwegs queren wir einige kleine Flüße deren Brücke unser Gewicht nicht tragen würde.
Die Malegassen freuen sich über den kurzweiligen Pferdebesuch in ihren Dörfern.

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Das Zeltcamp erwartet uns am Ufer des Sees von Amparihikely. Wir lassen den Abend in gemütlicher Runde am Lagerfeuer ausklingen und flüchten uns vor dem Regen in unsere Zelte.
Am nächsten Morgen schaukeln Fischerboote am See und die Fischer werfen gekonnte ihre Netze aus. Die Sonne ist zurück gekehrt und die Pferde werden am See getränkt. Wir stärken uns beim gemeinsamen Frühstück mit einzigartigem Blick über den See.

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Am heutigen Tag kann mein Malagassy Pony Cador Aufgrund eines anfänglichen Satteldruckes nicht mehr zum Reiten eingesetzt werden. Mir gefällt die Entscheidung zum Wohl des Pferdes und ich übernehme Faniry von einem der PferdeGrooms. Die Aufmerksamkeit und der Umgang unseres Gastgebers mit seinen Pferden ist außerordentlich.
Die nächste Reitetappe führt zum Ufer des Flusses Lily. Wir bewundern die Lily Wasserfälle. Das Wasser stürzt hier über 25 Meter in die Tiefe. Am Nachmittag erreichen wir die Geysire welche zu einem entspanntem Bad in den natürlichen Quellen mit eisenhaltigem Wasser einladen. Ein Genuß nach dem langen Tagesritt.

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Wir verabschieden uns nach einem Ritt am Morgen von unseren Pferden und reisen zurück in die Hauptstadt. Dort besuchen wir einen Markt und machen uns einen Eindruck von der auf mehreren Hügeln verteilten Stadt.
Auf dem weiten Weg zur Ostküste stoppen wir für eine Nacht in Andasibe und besuchen einen kleinen Lemuren Park. Dort können wir einige der Tiere mit Bananen locken. Ein unvergesslicher Moment einen der frechen Lemuren auf der Schulter zu tragen.

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In Brickaville ist unsere bewährte Crew startklar und alle testen die neuen Pferde. Wir starten an einer kleinen Straße und machen uns auf den Weg in Richtung Ozean. Mein Pferd für die Ritte an der Ostküste heißt Question Time. Das Reittempo an diesem Tag ist sehr abwechslungsreich und ich habe die langen, flotten Galoppaden sehr genossen. Am Horizont kann ich einen kleinen blauen Streifen sehen. Wir reiten mehrere Stunden dem Meer entgegen. Irgendwann hören wir es, das Branden der Wellen. Bevor wir den Strand erreichen müssen wir den Canal des Pangalanes überqueren. Dies ist sehr abenteuerlich und wird an dieser Stelle nicht verraten. Einige Überraschungen bleiben den Madagaskar Reitern.

Am Strand wartet unser Camp und die beiden hervorragenden Köchinnen haben wieder köstliche Spezialitäten vorbereitet. Auf meine vegetarischen Sonderwünsche bezüglich des Essens wurde nicht nur eingegangen sondern ich erhielt liebevoll zubereitete Gerichte.
Zum Frühstück genießen wir heute einheimische Speisen. Kleine Reisbällchen und geröstete Bananen werden gereicht. Die Pferde wurden bereits aus dem Stall an den Strand gebracht. Ich steige auf und freue mich auf einen neuen Tag mit Question Time. Auf Wegen entlang des Strandes geht es in Richtung der Fluss Mündung von Rianala. In Andevoranto genießen wir es mit den Pferden entlang des indischen Ozeans zu reiten. Hier ist der Sandboden sehr tief und ein flottes Tempo ist am Strand nicht möglich. Die Brandung rollt die Wellen direkt an den Strand und um die Beine meines Pferdes. An der Flussmündung vermengt sich das Süss-mit dem Salzwasser. Wir nutzen das tolle Wetter und baden dort.
Nach ereignisreichen Tagen Verabschieden wir uns von Pferden, Mitreitern und der Crew.

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Ich durfte Madagaskar auf eine wunderschöne Art und Weise kennenlernen.
Fernwehsüchtigen Reisenden die gerne gemeinsam mit Mitreitern am Lagerfeuer sitzen und den Reittag ausklingen lassen kann ich den Ritt in Madagaskar nur empfehlen. Man entdeckt und bereist jeden Tag unglaubliche Landschaften, trifft auf außergewöhnliche Menschen, seltene nur in Madagaskar beheimatete Tiere in den Parks sowie phantastische Pferde. Man sollte sich vor augen-halten dass die ehemalige französische Kolonie die typischen Charakteristiken eines Entwicklungslandes aufweist und gerade die ländliche Bevölkerung auf beeindruckende Weise den Lebensalltag meistert.

Die Organisation um das Team unseres Gastgebers hat keine Wünsche offen gelassen und hat uns einen echten Eindruck über Land und Leute vermittelt.
Ich hoffe eines Tages zurück zu kehren.

Julia Lackner/Traunstein/April 2017
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