Abenteuertrail Dalmatien Herbst 2013

Abenteuertrail Dalmatien Herbst 2013

Beitragvon BeaR » 08 Jan 2017, 12:12

"Die beindruckende Karstlandschaft mit ihrenTälern, Flüssen und Seen bietet viel Abwechslung und wird Sie an die Karl May-Verfilmungen erinnern."

... so der Text im aktuellen Reisekatalog... Karl May...Winnetou... Im Herbst nochmals an die Wärme...aber klar doch! Also Flug nach Split gebucht, Koffer gepackt und los geht's.
In Split gelandet, werde ich von Isabelle abgeholt - ich muss lachen wie ich das Schweizer-Nummernschild an Ihrem Auto sehe. Es stellt sich heraus, das Isabelle auch Schweizerin ist, und je ein halbes Jahr in der Schweiz und dann wieder in Kroatien lebt. Das gibt mir doch gleich ein Gefühl von Heimat im fremden Land. Dies sollte sich später noch bestätigen... schon beim Eintreffen auf der Farm fällt mir die Gastfreundschaft und Herzlichkeit von Besitzer Ivo und den anderen Locals auf.
Am Abend treffe ich die anderen Mitgliedern aus unserer Gruppe. Da ist ein älteres Ehepaar aus Deutschland mit dabei... der Zufall will es, dass der Mann bei den Winnetou-Aufnahmen als Pferdestuntman am Set gearbeitet hat... auf der Tour wird er uns viel interessanten zu dieser Zeit berichten können. Das Ehepaar hat zuhause auch Pferde und eine junge Dame namens Lisa die diese Pferde reitet, ist auch mitgekommen. Lisa gefällt dieser Trail so gut, dass sie sich in Anschluss gleich entscheiden sollte, als Guide im nächsten Jahr wiederzukommen und auf der Farm zu arbeiten. Dann wäre da noch Leight,aus Hong Kong (!) angereist und meine Wenigkeit... schon beim ersten Abendessen verstehen wir uns alle super und sind gespannt auf den nächsten Tag wo wir die Pferde kennenlernen...

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Tag 2: Der Proberitt führt uns zum Berg Svilaya. Wir bekommen einen ersten Eindruck der eigentümlichen, wilden Landschaft und der gehfreudigen Pferde. Oben angekommen erwartet uns ein spezielles Mittagessen. Die Hirten hatten in der Hütte in einem Erdofen unter der Glut des Feuers stundenlang Kartoffeln, Wurzelgemüse und Hühnchen gegahrt was wir uns gerne schmecken lassen - lecker!!!

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Wir geniessen den milden Herbstnachmittag und die tolle Aussicht bevors dann wieder runter zur Farm geht.
Für diesen Ritt wurde mir eine junge, temperamentvolle Stute zugeteilt - ein Teenager die noch viele Flausen im Kopf hatte. Hinsichtlich des schwierigen Geländes der nächsten Tage beschliesse ich, sie nicht auf dem Trail zu reiten und bekomme statt dessen Zeus - einen mächtigen Lippizaner-Mix zugeteilt.

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Tag 3-5, on Tail: Los geht's! Wie ich wohl mit Zeus zurecht komme? Immerhin ist das ein ganz schöner Brocken und Chef der Herde :-) Im Verlaufe des Trails sollte sich herausstellen was für ein tolles, intelligentes Pferd ich hier reiten durfte. Nach ein paar Diskussionen im ersten, sehr schnellen Gallopp hatte er mich dann aber als Leader akzeptiert und zeigte mir immer wieder was so alles in ihm steckt. Die flachen Ebenen der Gegend sind für schnelle Galoppaden wie gemacht. Viele Pferde der Ranch sind Rennen gelaufen und das Tempo ist sehr flott - man muss wirklich ein guter Reiter sein, um hier mitzuhalten, zumal die Pferde keinen typischen Schultiere sondern eigene, starke Charaktere sind. Unsere Gruppe setzte sich aus guten Reitern zusammen und so konnten wir diese Art zu reiten sehr geniessen. Die Landschaft ist wild und abwechslungsreich, eine ursprüngliche Schönheit in die ich mich sofort verliebte. Am zweiten Trailtag erreichen wir den Perucko-See - bekannt aus DER SCHATZ VOM SILBERSEE. Immer am Mittag treffen wir auf Ivo der den Trail mit dem LKW begleitet welcher uns als Küche und Unterschlupf bei schlecht Wetter dient.
Am Silbersee hat er mitten in der Wildnis Pommes-Frites und Chevapcici für uns zubereitet!!! Wir geniessen das tolle Essen und lauschen den Erinnerungen von unserem Pferdestuntman am Ufer des berühmten See's.
Am Nachmittag geht es dann wieder hoch in die Berge, wo wir unser Camp für die Nacht aufschlagen. Heute campieren wir draussen in den Bergen. Am Abend gibt es Chiliconcarne direkt vom Lagerfeuer. Dazu leckeren Rotwein... wir sitzen lange am Feuer und geniessen die Idylle bevor ich mich dann in meinem Zelt schlafen lege. In der Nacht erwache ich... was sind das für Geräusche? Die Pferde können es nicht sein, die grasen weiter entfernt und gut bewacht von einem Hirten... langsam und ganz leise öffne ich den Reissverschluss meines Zeltes und erschrecke!!!
Keine 5 Meter von mir entfernt steht ein schwarzer Wolf! Er hat sich ins Camp geschlichen und schleckt genüsslich die Reste des Chiliconarne's aus dem Topf.... was für ein toller Moment! Spätestens jetzt hat sich der Titel ABENTEUERTRAIL bestätigt. Am nächsten Morgen gibt's Frühstück unter freiem Himmel, ich erzähle den anderen von meiner Beobachtung und erfahre dabei, dass hier in den Bergen immer wieder Wölfe gesichtet werden. Darum werden die Haustiere auch von Hirten bewacht. Auch auf der Farm kommt es im Winter ab und zu vor, dass sich Wölfe in die Herde schleichen und hoffen ein schwaches Tier zu reissen - Natur pur!
Beindruckt von diesem Erlebnis reiten wir weiter. Am Mittag erreichen wir die Cetina-Quelle. Was für ein schöner Ort, das muss man selbst gesehen haben! Am nächsten Tag reiten wir, begleitet von starkem Wind durch die Savannenlandschaft. Immer wieder müssen wir Flüsse überqueren die, jetzt im Herbst, reichlich Wasser mit sich führen. Ich staune ab der Entschlossenheit der Pferde die Fluten zu durchqueren. Dabei müssen sie auch schwimmen, das Wasser reicht oft bis über die Knie.
Am letzten Tag spühren die Pferde, dass es nach Hause geht - bei den schnellen Galloppaden habe ich das Gefühl den Boden nicht mehr zu berühren - herrlich!
Leider verletzt sich ein Pferd während des Mittagessens am Bein. Wir können die letzte Etappe also nur noch im Schritt reiten. So verlieren wir wertvolle Zeit und sind bei Einbruch der Dämmerung mitten im Bergwald unterwegs. Ich reite mit Zeus am Schluss. Irgendetwas scheint den Patriarchen der Herde zu beunruhigen. Immer wieder dreht er sich um und schaut zurück... werden wir von Wölfen verfolgt die spüren, dass wir ein verletztes Pferd bei uns haben? Ein ziemlich mulmiges Gefühl, dabei bin ich aber stolz auf Zeus der keinen Zweifel daran lässt, dass er seine Herde verteidigen wird...
Soweit sollte es dann aber nicht kommen - bald schon hören wir das Bellen der Hofhunde und sehen die Farm wo wir mit einem schmackhaften Abendessen nach dem langen Ritt erwartet werden.

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Fazit: eine phantastische, unvergessliche Tour für sattelfeste Reiter, die gerne auf Komfort verzichten und dabei die Natur des wilden Kroatiens auf Winnetous-Spuren geniessen!

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BeaR
 
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