Wadi Rum Wüstenritt – September 2016

Wadi Rum Wüstenritt – September 2016

Beitragvon Paige89 » 21 Sep 2016, 21:32

...oder auch Faszination Jordanien:-).
Am 3.9.16 wurde ich von meinem ersten Fahrer Morit am Flughafen in Amman abgeholt. Bereits als ich gebucht hatte, hatte mir Frau Kiefer gesagt, dass ich bisher zu diesem Termin die einzige Teilnehmerin sein würde, auch zu Reisebeginn hatte sich daran nichts geändert, also ging es für mich alleine auf Tour:-). Morit brauchte mich in das Mosaic Hotel nach Madaba. Dort konnte ich mein sehr schönes Zimmer beziehen und das 3-Gänge-Abendessen einnehmen (Abendessen immer zwischen 19 und 21 Uhr). Die Mitarbeiter des familiengeführten Hotels sind super nett und ich habe mich dort sofort wohl gefühlt. Der WLAN Empfang ist auch in den Zimmern sehr gut.

Am nächsten Morgen holte mich Morit gegen 7.30 Uhr ab und brachte mich nach Petra. Ich checkte kurz in das Petra Palaca ein und wir gingen zum Haupteingang von Petra, wo mir ein Guide zugeteilt wurde. Dieser führte mich durch den Canyon und die Felsenstadt bis zum Fusse des Berges auf dem das „Kloster“ steht, ab dort hatte ich Zeit zur freien Verfügung um mir das Kloster (gigantisches Panorama von dort oben – keinenfalls verpassen) und die restliche Stadt in aller Ruhe anzusehen. Da aktuell verhältnismäßig wenige Touristen nach Jordanien reisen (aus Angst vor den Kriegen in Syrien und dem Irak), waren sehr wenige Besucher in Petra unterwegs und ich konnte viele tolle Fotos quasi ohne andere Personen darauf machen:-). Am späten Nachmittag macht ich mich auf den Rückweg zum Hotel um dort noch einige Zeit am Pool zu verbringen. Mein Zimmer lag im dritten Stock mit direktem Zugang zum Pool.

Am nächsten Morgen wurde ich von Falah abgeholt, dessen Taxi sogar mit extrem gutem WLAN ausgestattet war. Wir machten noch einen kurzen Stopp an einem Aussichtspunkt, von dem aus man einen tollen Blick über die Felsenlandschaft um Petra hatte. Von dort ging es direkt zu den Ställen im Wadi Rum. Am Stall wurde ich herzlich von Saleem empfangen, der mich meinem Guide Salem und unserem Koch/Fahrer vorstellte. Für die Pferde war es die erste Tour nach der Sommerpause und sie waren genauso begeistert wie ich, das es endlich losging. Also starteten wir vom Stall aus zu einem ersten kürzeren Ritt bis zu unserem Mittagspausenplatz. Man könnte meinen, dass bei einem Wüstenritt Langweile aufkommt, da man ja quasi immer „nur“ Sand und Felsen sieht, aber weit gefehlt. Die extrem abwechlungsreiche Landschaft im Wadi Rum mit verschiedensten Sandarten, Canyons usw. hat alle meine Erwartungen um Längen übertroffen. Da wir nur zu zweit unterwegs waren, konnte ich in aller Seelenruhe die Gegend beobachten und viele Bilder machen. Bei den Ritten hielten wir immer wieder an um kleinere Canyons zu erkunden, Wasserstellen für die Pferde aufzusuchen usw. Zwischendurch sind wir Kamel- und Schafherden begegnet und ganz selten Jeeptouren oder ähnlichem:-). Die Tage auf dem Pferd vergingen wie im Flug und mein Araberhengst Selfacare (ob man ihn wirklich so schreibt sei mal dahingestellt;-)) war ein absolutes Traumpferd – mutig, temperamentvoll, absolut zuverlässig. 6 Tage in der Wüste ohne Internet, TV und ähnliches waren ein krasser, aber unglaublich erholsamer Kontrast zum Alltag. Im Schlafsack unter dem Sternenhimmel zu schlafen und die Stille und Weite des Wadi Rums zu genießen, während wenige Meter weiter die Pferde stehen, war definitiv ein Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde. Da es um 19 Uhr dunkel und erst um 6 Uhr wieder hell wurde haben mir ein eReader und meine Stirnlampe sehr gute Dienste leisten dürfen. Den eReader hatte ich mir ordentlich vollgepackt und so vergingen die 3-4 stündigen Mittagspausen, während denen es einfach zu heiß zum reiten gewesen wäre, und die Abende wie im Flug. Als wir nach den 6 Tagen nach einem letzten schönen Galopp wieder am Stall ankamen, brachte mir Saleem noch ein Abschiedsgeschenk mit Tee, Gewürzen usw. vorbei, über das ich mich sehr gefreut habe.

Georg, ein Fahrer der seit fast 10 Jahren mit Saleem zusammenarbeitet, holte mich. Da ich noch zwei Tage über die Tour hinaus in Jordanien blieb um weitere Ausflüge zu machen, hatte Saleem mir empfohlen mich von Georg fahren zu lassen. Das war auch wirklich perfekt, wir haben einen Paketpreis vereinbart und er hat mich super zuverlässig gefahren und mich mit tollenTipps versorgt, was die Aufteilung meiner Ausflüge anging (als Ergänzung sehr zu empfehlen: Wadi Mujib, Ma'in Hot Springs, Jerash).

Vor meiner Reisebuchung hatte ich die Reisewarnung des auswärtiges Amtes für Jordanien mit der anderer Länder verglichen in denen ich in letzter Zeit war und war überrascht, dass verhältnismäßig wenige Warnungen dort enthalten waren. Nach Abschluss der Reise kann ich diese Einschätzung nur bestätigen, ich habe mich zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Weise unsicher gefühlt. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass in Syrien Krieg herrscht, hätte ich bei meinem Ausflug nach Jerash ca. 60 km von der syrischen Grenze nichts davon bemerkt, keine Kampfflugzeuge, keine Konvois oder ähnliches, Jordanien ist sozusagen die „Schweiz“ zwischen Israel, Irak und Syrien. Auch als Frau alleine war es kein Problem, man sollte nicht unbedingt in den kürzesten Hot Pants und Trägertop durch die Gegend rennen, sondern eher mit bedeckten Schultern und etwas längeren Shorts/langen Hosen, aber dann kann man sich überall unkompliziert und frei bewegen.

Zusammenfassend möchte ich hier wirklich eine Lanze brechen für die Tour, das Land und die Bevölkerung Jordaniens: wunderschöne Landschaften, eine perfekt organisierte Tour, sehr gastfreundliche Menschen, tolle Pferde, eine sehr gute Sicherheitslage ect. Ich kann diese Tour nur wärmstens weiterempfehlen!
Paige89
 
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