Madagaskar Frühsommer 2015

Madagaskar Frühsommer 2015

Beitragvon admin » 17 Jun 2015, 10:22

Mein Biologielehrer war nach Madagaskar ausgewandert. Seither hatte dieser Name einen besonderen Klang für mich!
Nun also war es endlich so weit. Mein Air France Flug war pünktlich um 23:00Uhr auf dem Flughafen Ivato gelandet, ich hatte erfreulicherweise ein Gratis Visum erhalten (eine Neuerung) und nun musste ich nur noch mein Gepäck abholen. Da höre ich, dass mein Name ausgerufen wird und ich zum Fundbüro kommen soll. Ich befürchte natürlich sofort, dass mein Gepäck nicht mitgekommen war und so ist es denn auch…Nach ein paar Formalitäten verspricht mir der nette junge Mann, dass sie mir das Gepäck am nächsten Morgen ins Hotel liefern. Ob das klappen wird?

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Meine Abholung durchs Hotel funktioniert jedoch super und bald liege ich in einem bequemen sauberen Bett im Hotel.
Am nächsten Morgen frage ich bei der Rezeption nach meinem Gepäck und auch, ob sich mein Gastgeber schon gemeldet hat. Beide sollen um 09:00 da sein und ich bin natürlich sehr gespannt, ob alles klappt. Pünktlichst werde ich durch die Rezeptionistin abgeholt. An der Rezeption werde ich von André, meinen Gastgeber mit einem breiten Lächeln begrüsst und ich weiss, die Reise kann nur gut werden. Mein Gepäck ist auch da, also kann die Reise losgehen!
So einfach ist das jedoch nicht! Antananarivo hat ein grosses Problem mit „embouteillage“, d.h. Staus. Mich stört dies jedoch nicht allzu sehr, da es sehr viel zu sehen gibt!

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Nach einem Stopp in einem kleinen Park mit Lemuren aus ganz Madagaskar und einer kurzen Mittagspause, kommen wir endlich auf der Ranch von André im Hochland von Madagaskar an. Und auf geht es zu einem kurzen Proberitt. Mein Begleiter für die nächsten zwei Wochen heisst Cador und ist ein flotter brauner Wallach. Ich mag ihn sofort.
Nach dem Proberitt führt mich André noch kurz über die Ranch und danach gibt es ein wunderbares, für mich vegetarisches Abendessen.

Ich werde die ganzen zwei Wochen noch sehr gut essen. Sowohl Madame Berta, als auch Therese sind beides sehr gute Köchinnen, die Ihre Gäste gerne verwöhnen.

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Am nächsten Morgen starten André, Richard (einer der Pferdepfleger) und ich dann zum ersten Teil meines Madagaskar Abenteuers im Hochland. Ich sehe Vulkanberge, Seen, Flüsse, kilometerweite Reisfelder und viele freundliche und lachende Menschen und ganz ganz viele Kinder. Ich bin absolut beeindruckt, wie einfach und doch zufrieden die Menschen hier leben. Das Land ist sehr fruchtbar: Es gibt neben Reis, Maniok, Hirse, Mais und Erdnüsse. Daneben viele Früchte und Gemüse, unter anderem die grössten Avocados, die ich je gesehen habe und die Madame Berta zu einem wunderbaren Dessert verarbeitet hat!

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Natürlich gibt es auch viele Schattenseiten. Unter anderem mangelt es an modernen landwirtschaftlichen Geräten, Strom und die Strassen sind grösstenteils so schlecht, dass man sie nur mit Zebu Karren oder zu Fuss passieren kann. Und dennoch strahlen die Leute Ruhe und Zufriedenheit aus und ich sehe keine unzufriedenen Gesichter.
Auf unserer Tour sind wir das Highlight für die Menschen. Erstens kommen in der Gegend nicht gerade viele Weisse durch und zweitens sind die Pferde eine Besonderheit hier. Man kann die Kinder schon von weiten Soavaly (Pferd) rufen hören und die kleinen Jungs wollen uns immer Galoppieren sehen.

Das Highlight der Hochlandtour sind die Geysire, warme Quellen, die mich an Island erinnern. Es ist herrlich sich nach einem langen Reittag im Hotpot zu entspannen!

Nach dem Hochland geht es weiter in Richtung Meer, wobei wir wieder einen Zwischenstopp in Antananarivo machen und unweigerlich in einem „embouteillage“ landen, so dass ich ziemlich spät in meinem Hotel abgeliefert werde….
Am nächsten Morgen holt mich Silviana, Andrés Frau ab, da André bereits die Pferde nach Brickaville gebracht hat.
Silviana und ich machen dann noch einen Halt in einem Nationalpark, wo ich wieder Lemuren sehen und sogar anfassen kann! Nach einer für mich sehr unruhigen Nacht (ich hatte leider mein Abendessen im Hotel nicht vertragen..), sind wir dann weiter Richtung Meer gefahren. In Brickaville haben wir dann die Pferde wieder getroffen (das Aus- und Einladen der Pferde in den Transporter ist übrigens auch ein Spektakel, da dieser keine Laderampe hat….man braucht also immer einen Hügel oder so…). Da ich an dem Tag nicht wirklich fit bin, reitet Chriss, einer der Jungs, die sich um die Pferde kümmern, Cador bis ans Meer. Dafür darf ich erleben, wie man zwei Autos mit einem einfachen Holzfloss über den Kanal rudert. Sehr beeindruckend.

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Noch beeindruckender ist dann unser Ziel am Meer. André und Silviana habe ein kleines verlassenes Haus wieder etwas in Stand gesetzt für Küche und Bad und unsere Zelte stehen im Garten. Wenn ich mein Zelt öffne, sehe ich Aramis, den Hengst von André, mit Palme und Meer im Hintergrund. Ein richtiges Paradies!

Noch paradischer sind die tollen Reitwege und die 7km lange Galoppstrecke! Zudem sind die Pferde super im Schuss.
Ein Spektakel gibt es zudem jeden Morgen und Nachmittag, wenn die Fischer mit ihren Pirogen, winzigen Boten, aufs Meer zum Fischen gehen!

Dani, ein Freund von André, der für zwei Tage zu Besuch gekommen ist, kauft einem Fischer einen spektakulären Fang ab, ein 10kg schwerer riesiger Fisch!

Die Zeit am Meer geht leider viel zu schnell zu Ende und wir müssen schon wieder zurück nach Antananarivo.
Silviana ist so nett und geht mit mir an meinem letzten Tag noch Souvenir’s Shoppen. Silviana kennt ganz tolle Plätze, wo man auch als Tourist in Ruhe einkaufen kann! Zudem besuchen wir den Palast der Königin, wobei es hier nicht allzu viel zu sehen gibt, da das Gebäude vor einigen Jahren abgebrannt war und bisher noch nicht vollständig wieder in Stand gesetzt worden ist.

Ich habe Silviana und André als super Gastgeber und sehr engagierte Menschen kennengelernt, die ihr Land lieben und die sich für Ihr Land einsetzen (u.a. hat Silviana ein Projekt mit einer Schule). Ich habe mich absolut wohl und gute aufgehoben gefühlt. Die Reise hat mir super gut gefallen und ich könnte noch viel drüber schreiben. Ich kann Madagaskar allen abenteuerlustigen Reitern und Reiterinnen aboslut weiterempfehlen!

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