Durch das Hinterland Andalusiens

Durch das Hinterland Andalusiens

Beitragvon admin » 04 Mär 2013, 17:12

Der La Paz Schnuppertrail

Endlose Strände, stille Olivenhaine, wunderbar schattige Pinienwälder und edle Pferde - was braucht der reitbegeisterte Urlauber mehr für die perfekte Traumreise? Das an der Südspitze Europas gelegene Andalusien ist für viele Reiter das Traumreiseziel schlechthin. Galopp am Meer, gemütliches Dahinschlendern im Schatten von Korkeichen, Picknick unter Mandelbäumen, Siesta in einem Olivenhain, abends ein Bummel durch eines der maurischen Dörfer und immer wieder: Pferde.

Seit jeher ist diese Region Spaniens eng mit dem Pferd verbunden. Andalusien blickt auf eine jahrtausende alte Pferdezucht zurück, die eine der edelsten Pferde der Welt hervorgebracht hat: die Pura Raza Espanola, kurz Andalusier.

Pferde gehören in Andalusien zum Alltagsbild wie bei uns das Auto. Als Teil des täglichen Lebens sind die spanischen Pferde für Ihre Besitzer meist mehr als ein bloßes Statussymbol - sie sind vielmehr geliebte Familienmitglieder und deren ganzer Stolz. Kein Wunder, denn die edlen Andalusier zeichnen sich nicht nur durch besonderen Adel, Schönheit und Eleganz aus, sie bestechen auch durch ihr außergewöhnliches Geschick, ihre Ausdauer, Verlässlichkeit und ihre angenehmen und doch temperamentvollen Bewegungen. Die Bedeutung des spanischen Pferdes lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen. Sein Edelmut und sein absoluter Gehorsam waren weithin berühmt und wurden von den Edelleuten sehr geschätzt. Heute können die zahlreichen Reiturlauber Spaniens die Vorzüge des Andalusiers in vollen Zügen genießen.

Die Rancho la Paz, der Ausgangsort unserer Traumreise, liegt etwa 30 km von Malaga entfernt, abgelegen in den Bergen von Mijas und fernab vom touristischen Trubel. Auf La Paz dreht sich alles um die Pferde. Rund 250 Andalusier aller Altersklassen nennen die Finca ihr Zuhause. 25 Zimmer im rustikalen Stil, bietet die Rancho La Paz - eine angenehme, überschaubare Zahl.

Die Pferde leben ein artgerechtes Leben auf der Rancho La Paz - Sie genießen ihr Dasein im Herdenverband in den großen Corals des Gestüts. Boxen gibt es hier nicht. Die vorbildliche Haltung trägt das ihre dazu bei, dass die Tourenpferde wunderbar ausgeglichen und gelassen sind. So sind auch Reitanfänger auf ihrem Rücken gut aufgehoben.


Der erste Tag des La Paz Schnuppertrails gibt den Reitern die Möglichkeit sich in aller Ruhe mit der spanischen Reitweise, den Pferden sowie der Ausrüstung vertraut zu machen. Geritten wird in spanischen Sätteln mit bequemer, breiter Sitzfläche - ideal für lange Ritte. Zwei Sternritte führen in die nähere Umgebung der Finca und erlauben ein erstes Austesten der Trittsicherheit und Leistungsfähigkeit der Tourenpferde.

Nach einem gemütlichen Frühstück auf der Terrasse der Finca, inmitten der blühenden Boganbillas, bereitet sich die Gruppe am nächsten Morgen auf den bevorstehenden viertägigen Schnuppertrail vor. Kofferpacken ist nicht von Nöten, denn die Reiter werden jeden Abend zur Finca zurückkehren, während für die Pferde unterwegs Lager aufgeschlagen werden.

Nach der Zuteilung der Tourenpferde begibt man sich gemeinsam im Schatten der Pinienwälder über die Berge der Sierra de Mijas nach Alhaurin El Grande. Hier bietet sich den Reitern phantastische Ausblicke über die Costa del Sol, die Stadt Malaga mit ihrem mächtigen Hafen und das unberührte Hinterland mit seinen sanften Hügeln und kleinen Dörfern.

Nur wenige Kilometer hinter der touristisch voll erschlossenen Küste Malagas scheint die Zeit stillzustehen. Am nächsten Tag führt die Tour an kleinen Fincas vorbei, die immer noch von Viehzucht und Gemüseanbau leben. Esel und Mulis, die als Transportmittel dienen und scheinbar nie enden wollende Orangen- und Zitronenplantagen formen die berauschende Kulisse dieses Streckenabschnittes. Wer hier im Frühjahr vorbeikommt, kann sich von der Schönheit der berühmten Mandelblütenzeit verzaubern lassen. Nach einer Mittagsrast in einer kleinen typischen Venta setzen die Reiter ihren Weg Richtung Rio Grande, den "großen Fluss", fort, der das ganze Jahr über Wasser führt.

Der nächste Tag führt weiter hinein, in das romantische und verträumte Hinterland Andalusiens. Die Menschen hier sind weithin bekannt für ihre Gastfreundlichkeit, überall wird die Reitergruppe herzlich willkommen geheißen. Teils auf Trampelpfaden, teils auf Viehtriebwegen führt der Weg zu einem schattigen Pinienwald, der sich als idealer Ort für ein mittägliches Picknick entpuppt. Gegen Abend gelangen die Reiter zu einem der typischen weißen Bergdörfer - Casarabonela - das über einem wunderschönen grünen Tal, der Hoya de Malaga, thront.


Der darauffolgende Tag führt in den bergigen Teil Andalusiens. Durch duftende Pinienwälder und über weiche Forstwege, die sich durch die Sierra de Alcaparan und Sierra de las Aguas schlängeln, bietet sich den Reitern atemberaubende Ausblicke über grüne Täler, endlose Bergketten und einzeln verstreute Dörfer. Die fast unberührte Natur dieser Gegend ist ein Erlebnis, wie man es in Südspanien gar nicht erwartet.

Der letzte Tag unseres Andalusien-Aufenthaltes hält etwas ganz Besonderes für die Reitergruppe bereit. Gleich nach dem Frühstück werden die Pferde verladen und man macht sich auf zur Atlantikküste. Der Ritt führt zu Beginn über die Weiden der berühmten schwarzen Stiere, bis die Gruppe bei Zahara den Atlantik erreicht. Zahara de los Atunes ist ein kleines, ruhig, bezauberndes Fischerdorf an der Atlantikküste nur 30 Km von Tarifa, dem südlichsten Punkt des Europäischen Kontinents, entfernt.


Ein kilometerlanger breiter, weißer Sandstrand, dazu der kristallklare rauschende Atlantik - beides scheint nur für die Pferde und ihre Reiter da zu sein. Ab und an trifft man auf vereinzelte Fischer. Nach einem gemeinsamen Mittagessen in einer Strandbar, geht's zur Sache. Sowohl die Reiter als auch die Pferde warten jetzt auf das Kommando zum rasanten Galopp. Zwischen den ausgelassenen langen Galoppaden bietet sich immer wieder die Möglichkeit gemeinsam mit den Pferden in den Wellen zu plantschen und sich abzukühlen.

Ein krönender Abschluss für einen unvergesslichen Traumurlaub im Pferdeland Spanien.
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