Cortijo unter Pinien

Cortijo unter Pinien

Beitragvon admin » 28 Nov 2014, 10:40

Cortijo unter Pinien-Strandgalopp, Tapas und eine herzliche Gastfreundschaft


Wir reiten eine steile Düne herab, die Pferde schnauben in freudiger Erwartung, da sie wissen, was gleich kommen wird. Am Wegrand kleine grüne Sträuchern und vor uns der sandige Weg. Wir folgen dem Weg und plötzlich liegt es vor uns, das weite blaue Meer und ein breiter weißer Sandstrand. Wir reiten mit den Pferden direkt in die Wellen hinein und spüren, wie die Wellen sich um die Pferdebeine schlängeln. Ich strahle und habe das Gefühl grenzenlosen Glücks, so fühlt sich Freiheit an. Dann geht es los: Tanja, die herzliche Reitführerin und Besitzerin des Cortijo unter Pinien, ruft uns zu: Mädels wollen wir los und schon geht es im Galopp über den weiten Sandstrand, das Wasser spritzt unter den Hufen und auch die Pferde spüren unser Glück.

Ich befinde mich auf dem Cortijo unter Pinien in der Nähe von Jerez de la Frontera bei Conil. Das nette Cortijo liegt inmitten einer 750 h großen Privatfinca über welche wir auch reiten. Schon bei der Ankunft werde ich von der Besitzerin und ihrer Tochter mit einer Herzlichkeit empfangen, sodass ich mich sofort pudelwohl fühle. Die beiden Zimmer in Cortijo sind in liebevollem marokkanischen Stil eingerichtet und es erwartet mich ein voll gefüllter Kühlschrank, mit allen Köstlichkeiten, sodass ich jeden Morgen mit frischem Brot, Käse, Fisch, Obst, Joghurt und Kuchen in den Tag starten kann. Hier leben ca. 15 Pferde, darunter Andalusier, Cruzados, Araber und ein kleines Pony, dass frei auf dem Hof herum läuft und nur Unfug im Kopf hat. Sonst laufen auf dem Hof noch Hunde, Katzen, Frettchen, Hamster, Chinchilla, Mäuse und ein Adler herum. Mit dem Adler zeigt uns die Tochter Kim auch eine Falkner Vorführung und wir schauen begeistert zu, wie das edle Tier durch die Lüfte segelt und genau auf die Anweisungen der Falknerin hört. Dann darf ich das Tier auch mal mit dem Falkner Handschuh auf den Arm nehmen und sehe dem Tier mit gemischten Gefühlen in die wachsamen Augen. Ich bin dann doch erleichtert, als Kim mir den Vogel wieder abnimmt, obwohl mich die Eleganz und Stolz des Adlers fesseln.

Am nächsten Morgen geht es dann auch gleich zu einem wundervollen fünfstündigen Ritt. Erst reiten wir ein Stück über das Gelände der Finca, schließlich geht es über sandige Wege durch Pinienwälder bis wir den Fluss erreichen, unser Ziel des heutigen Rittes. Hier binden wir die Pferde an einer wildromantischen Picknickstelle an und setzten und auf eine Decke direkt am Flussufer und genießen ein leckeres Picknick mit Sandwich, Tortilla und frischem Obst. Nach der entspannten Pause steigen wir gestärkt wieder auf. Über sandige Wege geht es im gestreckten Galopp bis wir einen Felsvorsprung erreichen von welchem man einen wundervollen Blick über eine kleine versteckte Bucht hat, ein wirklich magischer Ort.

Der nächste Ritt geht dann zum Strand. Wir haben perfektes Wetter mit strahlendem Sonnenschein. Mein Pferd Lenteja ist die Ruhe in Person und galoppiert ruhig durch die grünen Pinienwälder. Dann endlich erreichen wir den Strand und die Herzen aller Reiterinnen blühen auf. Der weiße Sandstrand ist herrlich und die Pferde laufen in das Wasser hinein und planschen vergnügt in den Wellen. Schließlich ruft Tanja und die Pferde galoppieren los. Ein traumhaftes Gefühl und ich könnte vor Glück laut jauchzen. Die sanfte Brise um die Ohren, das Plantschen der Hufe und das leise Schnauben der Pferde, einfach wundervoll! Der Rückweg führt uns wieder über sandige Wege durch Pinienwälder und schließlich geht es über die Finca über Waldwege vorbei an wild grasenden Kühen mit ihren Kälbern. Als wir auf der Finca ankommen, kümmern wir uns um die Pferde, dann gehen wir in eine gemütliche Tapas Bar zum Essen. Hier gibt es Köstlichkeiten wie Kartoffelsalat mit Thunfisch, frittierte Garnelen, hausgemachte Kroketten, Oliven, Käse, Schinken etc. Am Abend besichtige ich noch die hübsche Stadt Cádiz. Der kleine Küstenort hat einige hübsche Plätze, eine alte Gefängnisfestung und eine große Kathedrale.

Auch heute reiten wir noch einmal zum Strand. Ich habe eine kleine braune Cruzado Stute mit dem Namen Esperanza. Sie ist so toll wie alle Pferde, läuft flott voran und ist super brav. Im flotten Tempo reiten wir durch die Pinienwälder, bis zum Strand. Am Strand galoppieren wir viel. Tanja macht Galoppp-Photos von uns Reitern, sodass wir eine herrliche Erinnerung an dieses einmalige Erlebnis haben. Der Rückweg führt uns erst durch die Pinienwälder und dann geht es über die Finca. Über Feldwege reiten wir vorbei an braunen Kühen mit ihren Kälbern. Dann erreichen wir die Lagune der Finca, wo neben den Kühen drei Wildpferde des Finca Besitzers grasen. Neugierig kommen sie ein Stück näher, als sie unsere Pferde sehen und wiehern ihnen freudig entgegen. Die Lagune hat nur wenig Wasser, da es seit März in Andalusien nicht mehr geregnet hat. Neben den hübschen Kühen stehen weiße Kuhreiher und beäugen uns neugierig, als wir näher heranreiten, fliegen sie in Scharen davon, ein wundervoller Anblick. Wir reiten weiter über grüne Wiesen auf der Suche nach den fünf Stieren, welche heute jedoch versteckt bleiben. Noch einmal galoppieren wir durch einen herrlichen Wald über einen kleinen Pfad, welcher sich in Kurven durch das Dickicht schlängelt. Das letzte Stück des Weges führt über Felder und Wiesen der Finca. Nach den 5 Stunden reiten sind wir dann auch froh als wir auf dem Cortijo ankommen. Am Abend bringt Tanja mich in ein nahegelegenes Shopping Center, wo ich noch ein bisschen mit Kim durch die spanischen Geschäfte stöbere.

Heute morgen bekomme ich eine kleine, weiße und sehr sensible Stute, Chatta. Tanja hat das arme Tier aus schlechter Haltung gerettet und sie ist gegenüber Fremden anfangs sehr misstrauisch. Schon während wir über die Finca und durch Pinienwälder reiten, schließe ich das Pferd in mein Herz und merke wie sie ihre Scheu ablegt und mir immer mehr vertraut. Wir galoppieren durch den Pinienwald bis wir eine Venta erreichen. Wir steigen ab, binden die Pferde fest und genießen erneut, die leckeren spanischen Tapas. Dann geht es ein letztes Mal zum Strand. Leider ist das Wetter heute nicht so gut, sodass die Wellen ziemlich hoch gehen. Wir können trotzdem kleinere Strecken galoppieren und genießen das Rauschen des Meers.

Mein letzter Ritt ist noch mal ein echtes Highlight. Wir reiten auf die andere Seite der Finca. Unterwegs halten wir an einer Venta und essen ein typisch andalusisches Frühstück. Eine große gebackene Scheibe Brot mit Olivenöl, dann Tomaten und Schinken. Dann führt der Weg uns durch einen kleinen Ort zu einem Reiterhof. Hier besichtigen wir einen schicken portugiesischen Hengst, ein wirklich edles Tier. Weiter geht es über einen Feldweg bis in einen Wald. Im Wald geht der Spaß erst richtig los. Über kleine Pfade, die sich durch den Wald schlängeln galoppieren wir flott und haben richtig Spaß. Jetzt fange ich so richtig an die kleine weiße Stute, Chatta, ins Herz zu schließen, heute vertraut sie mir blind und galoppiert entspannt und voller Freude über die wurzeligen Sandwege. Als wir auf dem Cortijo ankommen werde ich traurig, der Abschied von den tollen Pferden und den herrlichen lustigen Ritten mit Tanja und den Mitreiterinnen wird mir sehr schwer fallen.

Auf dem Rückflug schlafe ich entspannt mit einem Lächeln auf den Lippen ein. Der Urlaub war wirklich traumhaft. Die Herzlichkeit von Tanja und ihrer Tochter Kim hat mir von der ersten Sekunde das Gefühl gegeben immer Willkommen zu sein. Die Pferde waren allesamt super zu reiten und Tanja kümmerte sich immer mit ihrer ganzen Liebe um ihre Schützlinge. Von den Erinnerungen an die tolle Woche werde ich noch lange zehren können. Die tollen Pferde, die herzliche Gastfreundschaft, das leckere spanische Essen mit den vielen verschiedenen Tapas, die vielen lustigen Ausritte mit Tanja, das super Wetter und der weite Sandstrand mit den langen Galoppaden werden mir noch lange Zeit im Gedächtnis bleiben und den dunkeln deutschen Winter erleichtern.

http://www.reiterreisen.com/calsta.htm
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