Amboseli Reitsafari, Kenia 2011

Amboseli Reitsafari, Kenia 2011

Beitragvon admin » 04 Mär 2013, 17:43

Amboseli Reitsafari, Kenia 2011
Amboseli – Kilimanjaro Reitsafari, KENIA 31.07.-06.08.2011

Nach der eindrucksvollen Masai Mara Reitsafari hatte ich zwei Tage im komfortablen Nairobi Tented Camp, mitten im berühmten Nairobi National Park, „relaxt“ (d.h. ich war die ganze Zeit auf Achse, Game Drives, Elefanten Camp, Ausflüge etc. – immer nach dem Motto, ja nichts verpassen!) und war nun bereit für mein nächstes großes Reitabenteuer: Auf zum Kilimanjaro, auf zum Amboseli Nationalpark, der für seinen Wildreichtum und seine riesigen Elefantenherden berühmt ist!

Am Wilson Airport Nairobi herrschte am frühen Morgen schon wieder ein reges Treiben und ich war froh in dem Trubel gleich den Check In von Air Kenya zu finden. Als ich dann mit ca. 20 weiteren Passagieren in dem kleinen Flieger Platz genommen hatte, hieß es, wieder aussteigen – der Pilot meinte, es gäbe nur ein kleines Problem mit der Elektrik, nichts schlimmes mit dem Motor oder so – was waren wir erleichtert !? Nach 15 Minuten durften wir alle wieder einsteigen und los ging’s! Nach 45 Minuten Panoramaflug landeten wir im Amboseli Nationalpark inmitten von Zebras und Antilopen. Von Nicola wurden wir bereits mit dem Jeep erwartet und mit Kaffee, Tee, Bananen und frisch gebackenen Biscuits begrüßt –lecker! Und schon konnte es losgehen zur Fahrt ins Camp, was auf direktem Wege eine Stunde dauern würde, aber gleich zu einem richtigen Game Drive ausgebaut wurde, denn kaum hatten wir die kleine Landebahn hinter uns gelassen, waren wir auch schon von unzähligen Wildtieren „umzingelt“: große Herden von Weißbartgnus kreuzten unsere „Straße“ (die Staubpiste vor uns), jede Menge Zebras grasten am „Straßenrand“, dazu die gewaltige Kulisse des Kilimanjaro am Horizont – spätestens jetzt war mir klar, ich bin wirklich in Schwarzafrika! Der Amboseli Nationalpark begeisterte uns nicht nur mit seinen vielen Wildtieren, sondern auch mit eindrucksvollen Kontrasten: auf der einen Seite der Piste erstreckten sich tiefe, smaragdgrüne Sümpfe mit üppiger Vegetation und einer reichen Flora und Fauna, während auf der anderen Seite eine weite, trocken-staubige, wüstenähnliche Landschaft begann, mit wirbelnden Staub-Tornados. Eindrucksvoll fand ich auch das friedliche Zusammenleben so vieler unterschiedlicher Tierarten – ein bisschen wie im Garten Eden! Ein Nilpferd graste z.B. friedlich zwischen Zebras, Gnus und Wasserböcken, während eine große Herde Elefanten still vorbeizog… Ein mächtiger, neugieriger Elefantenbulle, umringt von weißen Wolken aus Kranichen, kam unserem Jeep besonders nah und bot vor der weißen Kuppel des Kilimanjaro ein tolles Fotomotiv!

Im Camp wurden wir mit einem erfrischenden Willkommenstrunk erwartet und nach dem 3-gängigen Lunch durften wir uns um 16.30 Uhr schon das erste Mal in den Sattel schwingen. Ich bekam ein Burenpferd, ein hübscher, mittelgroßer Fuchs, mit Namen Katchumbari und gewaltigen Gängen, an die ich mich erst einmal 2 Tage lang zu gewöhnen hatte. Die südafrikanischen Burenpferde stammen von den holländischen Siedlern ab und zeichnen sich durch ihre Robustheit und Zähigkeit sowie Charakterstärke aus – alles hervorragende Eigenschaften für richtige Buschpferde – ich fühlte mich also gleich gut aufgehoben.

Mit frischen Pferden galoppierten wir direkt hinein in die goldene Abendsonne. Unterwegs begegneten wir einigen Gerenuk-Gazellen. Wenn sich diese zierlich-eleganten Paarhufer auf ihre Hinterläufe stellen, können sie mit ihrem langen Hals nicht nur Gras sondern auch in bis zu 2 m Höhe frische Blätter von Bäumen ergattern, was ihnen Vorteile bei der Nahrungssuche bringt. Daher werden sie auch Giraffengazelle genannt. Mit diesem Wissen und vielen weiteren schönen Eindrücken kehren wir zu unserem Camp zurück, in dem schon ein Lagerfeuer für uns brennt und kühle Drinks bereitstehen – all das vor der eindrucksvollen Kulisse des Kilimanjaro am Horizont – Urlaub pur!


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Ein sympathischer Weckruf und frischer Kaffee ans Bett brachten uns am nächsten Morgen um 6 Uhr auf die Beine – typisch Afrika. Wir stärken uns mit einem leichten Frühstück mit frischem Obst, Poridge und Cookies, bevor wir uns um 7 Uhr in den Sattel schwingen, bereit auf Wildbeobachtung zu gehen, denn die Tiere trifft man am besten in den Morgen- und Abendstunden an, da sie sich über die Mittagshitze meist im Busch verkriechen. Der Boden bestand aus feinstem Lehm und war durch die Trockenheit nun sehr staubig, z.T. verschwand der Reiter vor mir bereits in der großen Staubwolke – trotzdem ging es auf den trittsicheren Pferden flott voran. Unterwegs begegneten wir einer Herde Elefanten, die mit uns aber lieber „Verstecken“ spielte, und einem einzelnen, mächtigen Elefantenbullen, der wenig Interesse an unserer Reitgruppe zeigte. Weiter ging es über eine weite, offene Fläche im fliegenden Galopp über tiefrote Erde – am Horizont sah ich meine erste Fata Morgana: Da spiegelten sich doch tatsächlich Berge in einem riesigen, glitzernden See! Doch gab es weder die Berge noch den See, nur die endlose, rote Erde Afrikas bis zum Horizont. Nach ca. 2 Stunden machten wir eine kurze Verschnaufpause für Reiter und Pferde mit einem kleinen Snack aus unseren Satteltaschen: Kekse, Eier und Äpfel, die wir Reiter natürlich brüderlich mit unseren Pferden teilten. Zurück im Camp freuten wir uns über die heiße Dusche in unseren komfortablen Safari-Zelten, das üppige Mittagessen und die zwei Stunden anschließende Siesta!

Zur Tea Time wurden die Lebensgeister wieder geweckt mit ofenwarmem Bananenkuchen sowie frischem Kaffee. Der anschließende anderthalbstündige Ausritt (bzw. alternativer Game Drive) war ein schöner Abschluss dieses aufregenden Safaritages. Nach dem Duschen wurden wir mit einem exzellenten 3-Gang-Menü wie in einem Nobelrestaurant verwöhnt: festlich gedeckte Tafel, vorgewärmte Teller und eine hervorragende Küche – auf jedes Detail wurde Acht gegeben, um die Gäste rundum zu verwöhnen.



Die nächsten Tage brachten sportliche Ritte (an einem Tag betrug die Etappe 50 km), flotte Galoppaden, kleine und freiwillige größere Sprünge über umgestürzte Bäume sowie ständig wechselnde Landschaft: weite, goldbraune Savanne, meterhohes Elefantengras, durch das in der Ferne Elefantenherden zogen, tiefe, sattgrüne Sümpfe mit gefräßigen Nilpferden, endlose Ebenen – perfekt für lange Galoppaden, und nur unterbrochen von einzeln stehenden Akazienbäumen, tiefrote Erde über die große, verlassene und weiß gebleichte Achat-Schneckenhäuser verstreut lagen, und die malerischen Hügel des Chyulu Hills Nationalparks am Ende der Tour. In der Woche wurde auch ein Masai-Dorf besucht und einige Game Drives gemacht, bei denen wir tolle Fotos von großen Büffel- und Elefantenherden aus nächster Nähe machen konnten.
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Mittags machten wir meist Rast unter einem einladenden Akazienbaum, wo schon farbenfrohe Masai-Decken für uns ausgebreitet lagen mit weichen Kissen und ein leckeres Picknick-Buffet auf uns wartete (und auf die Pferde frisches Wasser und Hafer). Highlight waren jedoch nicht nur die paradiesische Verpflegung und Service, sondern v.a. die Wildtierbegegnungen hoch zu Ross: der Galopp mit einer Zebraherde, die große Büffelherde, die vor uns davon galoppierte, die mächtigen Elefanten und zahlreichen Antilopen und Gazellen, darunter die edlen Grant-Gazellen mit ihren elegant herzförmig geschwungenen Hörnern und die zierlichen Thomson-Gazellen. Die großen Raubkatzen wie Löwen und Leoparden haben wir in der Woche zwar nicht aufgespürt, aber nichts desto trotz sind derartige Begegnungen nicht ausgeschlossen – und nicht nur deshalb ist dieser Ritt nur für erfahrene, sattelfeste Reiter geeignet… Eindrucksvoll war auch der Ritt durch einen ausgedehnten Dornenwald sogenannter „Whistling Thorn Acacias“, die ihren Namen von den hohen, schrillen Tönen haben, die entstehen, wenn der Wind durch die mächtigen Dornen pfeift. Die Akazien haben zudem eine interessante Symbiose mit Ameisen, die den Baum gegen pflanzenfressende Insekten und sogar gegen Giraffen und Elefanten verteidigen, wofür sie mit Nektar und einem geschützten Lebensraum belohnt werden.

Die letzten Tage verbrachten wir in den Chyulu Hills, das jüngste Gebirge der Erde, mit sanft geschwungenen, grasbewachsenen Vulkanhügeln. Davor lag uns die weite, offene Savanne zu Hufen, mit gutem, festen Boden, den wir u.a. für ein Wettrennen mit zwei Giraffen nutzten - was uns die Tränen in die Augen trieb. Waren es nun Tränen des Glücks oder nur der „Fahrtwind“? Wahrscheinlich beides – auf jeden Fall ein unvergessliches Erlebnis, diese großen Tiere wie in Zeitlupentempo neben sich galoppieren zu sehen!

In den Chyulus gab es auch jede Menge mächtige Elan- und Oryx-Antilopen, die beide zu den größten Antilopenarten zählen. Bewohnt werden die dichten Wälder am Fuße der Vulkanhügel auch von einigen der ältesten Elefantenbullen Ostafrikas mit gewaltigen Stoßzähnen, die hier, in dem unwegsamen, abgelegen Gebiet eine Rückzugsmöglichkeit und Schutz gefunden hatten, ebenso wie die seltenen Spitzmaulnashörner, die in den zerfurchten, fast unzugänglichen Lavaströmen leben. Bei einem Besuch der luxuriösen Kenia Safari Lodge, wo ich gern noch ein paar Tage geblieben wäre, hatten wir Gelegenheit, einige der eindrucksvollen Riesen am Wasserloch ganz in Ruhe zu betrachten.

Doch irgendwann geht auch der schönste Ritt zu Ende. Nach einer flotten letzten Reitetappe erreichten wir die Stallungen, die sich ca. 10 Minuten von der Kenia Safari Lodge entfernt mitten im Busch befinden. Nach dem Absatteln, Duschen, Füttern und Kontrollieren der Pferde wurden einfach die Boxentüren geöffnet und unsere Pferde waren einfach nur happy: Sie wälzten sich ausgiebig im Sand, spielten fröhlich und verschwanden dann in einer großen Staubwolke im afrikanischen Busch. Zäune gibt es hier nicht – die Pferde genossen nun eine Woche Freiheit, bis sie wieder auf die nächste Safari gehen. Bye bye Afrika und auf Wiedersehen – Kwa Heri Kenia!

Infos zur Reise bei PEGASUS Reiterreisen unter http://www.reiterreisen.com/amb008.htm und zur Kenia Safari Lodge unter http://www.reiterreisen.com/donsta.htm .

Elefant am Wasserloch
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