Nashörner, Giraffen & edle Pferde - Araber Lodge Namibia

Nashörner, Giraffen & edle Pferde - Araber Lodge Namibia

Beitragvon admin » 01 Apr 2014, 13:25

Auf zur nächsten Lodge! Nach meinem 6-tägigen Lodge Urlaub bei Omaruru ging es nun zur Araber Safari Lodge 30 km nördlich von Windhoek. Eindrucksvoll liegt die Lodge am Fuße mächtiger, bis 1.800 m hoher Berge.

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Nach den Regenfällen der letzten Tage erstrahlte alles herrlich in frischem Grün und sogar das Rivier (wie Trockenflüsse in Namibia genannt werden) führte Wasser – ein seltener Anblick, wie mir Sabine erklärte, als wir mit viel Schwung durchs Wasser fuhren, um nicht stecken zu bleiben. Problemlos erreichten wir die Lodge auf der anderen Seite und ich konnte einchecken.

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Ich bekam einen der schönen Grasdach-Bungalows, von denen es sieben Stück gibt. Eine Flasche edler Wein stand zur Begrüßung bereit und ich wurde von Ingeborg schon zum Mittagessen erwartet. Ich war bei ihr und ihrer Nichte Sacha im privaten Wohnhaus gleich neben der Lodge eingeladen. Gemütlich saßen wir auf der Terrasse, mit idyllischem Blick auf den Fluss, umgeben von neugierigen Katzen und Hunden.
Nach dem Essen wollte ich jedoch die Pferde sehen und so machten wir einen Rundgang durch die Stallungen nebenan, Heimat zahlreicher edler Vollblutaraber, deren Zucht und exzellente Ausbildung Ingeborgs ganzer Stolz ist. Nur ein Teil der Pferde war aktuell anwesend, da der andere Teil der Herde sich gerade „im Urlaub“ befand – die Pferde verbringen regelmässig einige Monate in einem riesigen abgezäunten Bereich im Inneren des Wildreservats, wo sie völlig „wild“ leben und ihre Freiheit genießen. So erhält Ingeborg langfristig den hervorragenden Charakter ihrer Pferde und deren Freude an der Arbeit. Diese ist z.T. sehr anspruchsvoll, gehen viele der Pferde doch erfolgreich im internationalen Distanzreitsport und bewältigen Strecken von über 160 km pro Tag! Als Gast kann man hier auch ein Schnuppertraining im Distanzreiten absolvieren oder sogar an echten Distanzritten teilnehmen.

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Die meisten Gäste erfreuen sich jedoch an der hohen Pferdequalität auf den angebotenen Safariritten und auch ich sollte sogleich in den Genuss kommen. Also, ab in die Reithose und fertig machen zur Safari! Ich bekam einen lebhaften Fuchs und startete mit Ingeborg zur Sundowner Tour (Ingeborg wollte uns an einem schönen Plätzchen unterwegs mit dem Begleitfahrzeug und kühlen Getränken erwarten). Unweit der Lodge kamen wir an einem Stausee vorbei, in dem es auch Krokodile gibt, daher hielten wir respektvoll Abstand zur dichten Ufervegetation, in der es auch von kleinen, leuchten orange schimmernden Vögeln wimmelte. Danach ging es durch offenes Buschland und – im Moment üppig sattgrüne – Savannenlandschaft.

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Auf Schritt und Tritt begegneten wir Wildtieren: links eine Herde Impalas, rechts eine große Herde flinker Zebras, vor uns galoppierte eine Gruppe Weißschwanzgnus davon und hinter uns schauten neugierig einige Warzenschweine aus dem Busch. Auch zahlreiche Elands, die größten Antilopen Afrikas, wertvolle Rappenantilopen (auf englisch Sable Antelope wegen ihrer langen säbelförmigen Hörnern), Kudus, Streifengnus, Strauße, Springböcke und Wasserböcke sahen wir auf unserem Weg – es war fast wie im Zoo, unglaublich!

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Die schönste Begegnung war jedoch die mit einer Herde Giraffen von über 20 Tieren, an die wir ziemlich nah heran kamen, bevor sie majestätisch davon schritten oder wie im Zeitlupentempo davon galoppierten. All das wirkte im goldenen Abendlicht fast surreal.
Ganz real waren jedoch die schwarzen Wolken, die sich hinter uns in den Bergen auftürmten und begannen sich rasch zu nähern. Blitz und Donner wollten wir uns in der Ebene nicht aussetzen, weswegen wir den Sundowner absagten und uns lieber auf den Rückweg begaben, was sich als richtige Entscheidung herausstellen sollte. Just im Stall eingetroffen begann es heftig zu regnen und danach verzauberte ein Regenbogen in den Bergen die Kulisse. Nachdem die Pferde versorgt waren, freute ich mich auf die heiße Dusche.
Danach trafen wir uns an der Bar der Lodge auf einen Drink und anschließend ein köstliches Abendessen. Am nächsten Tag ging es erneut zu Pferd auf die Pirsch. Ich hatte heute einen sympathischen Wallach, ein sehr erfahrenes Safaripferd. Mit Sacha begaben wir uns auf die Spuren der Nashörner, die ich unbedingt sehen wollte. Spuren fanden wir auch viele, darunter auch frischen Kot, aber die Dickhäuter haben je nachdem einen recht großen Aktionsradius (ein paar Mal sind sie sogar schon aus dem Reservat ausgebrochen und mussten dann in großer Aktion wieder eingefangen und zurück gebracht werden). Doch die Suche wurde uns nicht langweilig, hatten wir doch wieder viele Wildbeobachtungsmöglichkeiten. So kamen wir z.B. recht nahe an eine Herde von über 60 Elanantilopen heran, mit vielen Jungtieren. Als sie sich ins dichte Unterholz zurückzogen, vibrierte die Erde unter ihren Hufen.

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Im hohen Gras sprang wenige Meter vor uns plötzlich ein Wasserbock auf, beim Näherkommen sahen wir am Boden ein frisch geborenes, noch nasses Kalb, das uns aus großen Rehaugen überrascht anblickte – sogleich wechselten wir die Richtung, um das Muttertier mit seinem süßen Kälbchen nicht weiter zu stören.
Sandige Wege boten auch einige schöne Trab- und Galoppstrecken und so erreichten wir nach ein paar Stunden ein idyllisches Plätzchen, wo uns Ingeborg mitten im Busch schon mit einer stilvoll gedeckten Tafel zum traditionellen Buschfrühstück erwartete! So stärkten wir uns bei frischem Salat, Ei, Schinken, Oliven, Brot, Obst, Käse und einem Gläschen Weißwein – herrlich!

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Auf dem Rückweg fand Sacha noch ein mächtiges, gut erhaltenes Elan-Geweih, das jedoch zu groß und zu sperrig war, um es gleich auf dem Pferd mitzunehmen. Sie wollte später mit dem Auto zurück kommen und sich ihre „Trophäe“ abholen. In dem Wildreservat haben die Tiere wenige natürliche Jäger, denn es gibt z.B. keine Löwen. In den Bergen leben einzelne Leoparden und immer wieder tauchen Geparden auf. Geparden sind bei den Farmern in Namibia nicht sehr beliebt, da sie große Mengen Rinder, Schafe oder Ziegen reißen, denn sie fressen stets nur frisches Fleisch, anders als z.B. Leoparden, die sich ihre Beute über mehrere Tage einteilen können.

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Kurz vor der Lodge fanden wir dann tatsächlich noch die Nashörner, tief im Dornendickicht versteckt und gemäß Sacha an dem Tag ungewöhnlich scheu bis hin zu „nicht gut drauf“. Daher hielten wir respektvoll Abstand, denn in dem Dickicht hätten wir wenig Chancen rasch davon zu kommen, wohingegen Nashörner einfach unbehelligt durch das Dornengestrüpp hindurch marschieren. Zurück beim Stall war ich beeindruckt, wieviel ich in der kurzen Zeit erlebt und gesehen hatte! Am nächsten Tag hieß es leider früh abfahren zum Flughafen. Wohlweißlich hatte Ingeborg ihren PKW am Vorabend auf der anderen Seite des Flusses geparkt – dieser wäre an diesem Tag nicht passierbar gewesen! In Windhoek eingetroffen nahm ich den Flieger zu meinem nächsten Ziel, Südafrika, Kapstadt. - Julia Kretschmer -

Alle Infos zur Reitsafari unter: http://www.reiterreisen.com/okasta.htm

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