Reiten im Farbenrausch Mexikos – Ein Genuss für alle Sinne!

Reiten im Farbenrausch Mexikos – Ein Genuss für alle Sinne!

Beitragvon admin » 04 Mär 2013, 17:37

Reiten im Farbenrausch Mexikos – Ein Genuss für alle Sinne!
Reisebericht der Komfort-Reittour „Highlands&Canyons Ritt“, März 2012

Ein Lichtermeer aus Millionen kleiner gelber Punkte erscheint am dunklen Horizont. Ich befinde mich im Landeanflug über Mexico City, der Hauptstadt Mexikos und mit 20 Millionen Einwohnern eine der größten Metropolen der Welt. Auf eine Erkundung der Stadt muss ich aus Zeitmangel leider verzichten, denn mein Ziel ist die Rancho Mexicana, wo ich am „Highlands & Canyons Ritt“ teilnehmen werde. Ich werde von Tomás, einem Mitarbeiter der Ranch, abgeholt und zur Ranch gebracht. Vom Flughafen aus sind es weniger als 1,5 Std. Fahrtzeit und doch hat man fast das Gefühl in einer vollkommen anderen Welt zu sein. Von der Nähe zur Großstadt ist nichts zu merken. Wir sind mitten auf dem Land: weite Felder, auf denen Kühe und Schafe grasen, sanfte Hügel am Horizont und immer mal wieder ein bunter, alter VW Käfer, der über die leeren Straßen tuckert.

Da ich sehr spät ankomme, werde ich direkt zu meinem Zimmer gebracht, wo man mir noch ein paar leckere Sandwiches bereit gelegt hat, die ich dankbar verschlinge.

Am nächsten Morgen werde ich herzlich von Gastgeberin Uschi begrüßt. Die Schweizerin lebt schon seit vielen Jahren in Mexiko und hat die Ranch im Laufe der letzten 10 Jahre kontinuierlich aufgebaut. Bei einem kleinen Rundgang kann ich mir bei Tageslicht ein Bild von der schönen Anlage machen. Herzstück ist das Ranchhaupthaus mit dem Aufenthaltsraum und den großen gemütlichen Couches, dem Bar- & Billardzimmer, der großen offenen Küche mit Speisesaal und dem schönen Innenhof, von dem aus man in die Gästezimmer gelangt. Vom schönen Wintergarten und der Terrasse hat man direkten Blick auf den einladenden Infinity Pool und vom beheizten Jacuzzi aus kann man die kleinen Wasserfälle beobachten, die sich direkt unterhalb der Ranch befinden. Alles ist typisch-mexikanisch gestaltet mit hübschen Blumen, traditioneller Handwerkskunst, liebevollen Details und in vielen bunten Farben, die die mexikanische Lebensfreude versprühen. Im „Pueblito“, dem Nebengebäude, befinden sich weitere Gästezimmer. Jedes von ihnen ist farblich ganz individuell gestaltet und verfügt über ein privates Badezimmer. Neben den Standard-Zimmern gibt es noch die etwas geräumigeren Deluxe-Zimmer. Wer es ganz privat mag, kann mit einem der beiden „Casitas“ vorliebnehmen, zwei einzelnstehende große Apartments.

Ich werde von allen Mitarbeitern während des Frühstücks liebevoll empfangen und fühle mich sofort wohl.

Das strahlend blaue Poolwasser sieht sehr verlockend aus, muss aber noch warten. Natürlich steht für mich erst mal ein Ausritt auf dem Programm. Da die Reittour erst in ein paar Tagen beginnt, habe ich reichlich Zeit mich einzugewöhnen und verschiedene Pferde auszuprobieren.

Die Herde umfasst aktuell 11 Hengste und 22 Wallache, die alle gemeinsam ganzjährig im Freien leben. Die meisten davon sind Criollo-Quarter Horse Mischungen, da sich diese Kombination als am besten erwiesen hat, erzählt mir Uschi. Außerdem gibt es noch einige Aztecas (Criollo-Andalusier), ein Araber und ein Andalusier. Für meinen ersten Ritt bekomme ich den hübschen braunen Hengst, der – wie soll es auch anders sein – „Tequila“ heißt. Geritten wird im mexikanischen Charro-Stil, der der nordamerikanischen Western-Reitweise ähnelt. Nach einer kurzen Einweisung geht es auch schon los. Nach nur wenigen Minuten haben wir die Felder hinter der Ranch erreicht. Flache weite Wiesen und Äcker, die jetzt im März noch nicht bewirtschaftet sind, bilden eine scheinbar endlos weite Ebene. Von Zäunen keine Spur! Der erste Galopp lässt nicht lange auf sich warten. Unter blauem Himmel bewegen wir uns in einem entspannten Canter über das Gras, während uns der Wind um die Ohren fegt. Die Lage der Ranch auf einer Hochebene auf 2.300 Meter über dem Meeresspiegel und die Bergkette ringsherum bescheren das ganze Jahr über eine beständige Durchschnittstemperatur von um die 23 Grad Celsius. Gepaart mit den über 330 Sonnentagen im Jahr bedeutet das also ganzjährig ideale Reitbedingungen!

Glücklich kehre ich nach einem schönen Ausritt zurück. „Meinen“ Tequila habe ich sofort ins Herz geschlossen und ich bilde mir ein, dass er mich auch ein bisschen mag.

In strahlendem Sonnenschein genieße ich das köstliche Mittagessen. Auf dem Menü stehen tagtäglich natürlich hauptsächlich mexikanische Gerichte, die alle ganz frisch zubereitet werden. Von der Guacamole, über Grillfleisch bis hin zum Mangosorbet – es bleiben keine Wünsche offen!

Da während der Reittour keine Zeit für zusätzliche Ausflüge bleiben wird, nutze ich die Chance mit den anderen Gästen den großen Freitagsmarkt in der nächst größeren Stadt zu besuchen. Ein wahres Erlebnis für alle Sinne! Über einen kompletten Block verteilt reihen sich die unzähligen Stände aneinander. Hier erledigen die Mexikaner ihre wöchentlichen Großeinkäufe. Dementsprechend turbulent ist das Treiben, denn hier gibt es alles, was das Herz begehrt: Kleidung, bunte Gewürze, exotische Früchte, Küchenutensilien und natürlich auch Sombreros, Stiefel, Gürtel und Sattelzeug. Mit Chilli-Süßigkeiten, Hüten und Töpferware in den Tüten kehren wir zur Ranch zurück.

Mittlerweile haben sich nun auch alle andern Teilnehmer der Reittour eingefunden. Beim Abendessen lernen wir uns alle kennen. Wir sind eine absolut bunte, internationale Truppe: vier im Ausland lebende Deutsche, eine Kanadierin, eine Engländerin, drei Franzosen und eine Polin und ein Holländer, die beide in den USA leben. Die Stimmung ist auf Anhieb gut und die Vorfreude auf die nächsten Tage groß. Einige von uns haben schon verschiedene Reittouren rund um den Globus mitgemacht und wir sind gespannt, was die nächsten Tage bringen werden.

Der nächste Morgen beginnt wie immer mit dem fantastischen Frühstücksbuffet. Wir stärken uns gut, denn ab sofort warten bis zu 8-9 Reitstunden jeden Tag auf uns. Während beim normalen Ranchaufenthalt sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene von der Ranch aus Sternausritte unternehmen, je nach Lust und Laune und Können von 1 Stunde Dauer bis zum Ganztagesritt, ist der Highlands & Canyons Ritt nur für fortgeschrittenere Reiter geeignet, da er eine festgelegte fortlaufende Route hat, bei der die Pferde teilweise unterwegs an anderen Orten übernachten. Die Reiter hingegen kehren jeden Abend zur Ranch zurück und kommen so in den Genuss einer abwechslungsreichen Reittour kombiniert mit Komfort, da man nicht jeden Tag wieder neu packen und die Unterkunft wechseln muss.

Am Stall versammeln wir uns und treffen auf unsere Pferde, die von den fleißigen Wranglern schon vorbereitet wurden. Auf mich wartet selbstverständlich Tequila. Sobald alle abmarschbereit sind, geht es los. Schnell haben sich alle an ihre Pferde gewöhnt und kommen mit der Reitweise problemlos zurecht, so dass den vielen Galoppaden nichts im Wege steht. Es geht flott vorwärts ehe wir einige felsige Hügel erreichen, die wir erklimmen. Das Terrain ist nicht ganz einfach. Wir reiten über reinen Fels steil hoch. Eine rutschige Herausforderung für die beschlagenen Pferde, doch sie meistern es problemlos wie Bergziegen.

Zu Mittag kehren wir in ein lokales Restaurant ein. Es ist immer wieder erstaunlich wie hungrig Reiten doch macht. Hinzu kommt, dass das Essen einmal mehr einfach viel zu köstlich ist, um es nicht ganz aufzuessen. Alle Teller werden restlos geleert. Nach einem kurzen Bummel durch das Dorf geht es wieder aufs Pferd für die letzte Reitetappe für diesen Nachmittag.

Mehr als zufrieden kehren wir am Abend zur Ranch zurück. Der ein oder andere beugt dem Muskelkater gleich vor und nimmt eine wohltuende Massage im stimmungsvollen Spa-Bereich in Anspruch. Den Gästen werden hier die unterschiedlichsten Behandlungen angeboten – Schwedische Massagen, Hot Stone Massagen und Maniküre/Pediküre. Eine entspannende Möglichkeit um die müden Muskeln nach den Reittagen zu verwöhnen. Wer es bevorzugt, kann dies natürlich auch mit einem Cocktail im Hottub machen.

Nach dem ausgiebigen 4-Gänge-Dinner lassen wir den Abend genüsslich mit ein paar Margaritas an der Bar und am Billardtisch ausklingen.

Der nächste Morgen beginnt noch vor dem Frühstück. Ein paar unerschrockene Frühaufsteher haben sich für die allmorgendliche Yoga-Einheit zusammengefunden, um Körper und Kreislauf in Gang zu bekommen. Ich jedoch nutze die Zeit lieber für ein bisschen mehr Schlaf. In bester Laune starten wir alle hoch zu Ross in den neuen Tag. Auch heute warten unzählige schnelle Strecken auf uns. Trotz langjähriger Trailerfahrung mit absolvierten Ritten auf fast allen Kontinenten bin auch ich überrascht wie schnell es auf dieser Reittour vorwärts geht und wie viele Galoppaden uns die Tage versüßen. Den Pferden scheint es genauso viel Spaß zu machen. Sie laufen auch am Abend des letzten Reittages noch genauso frisch als hätten sie die ganze Woche untätig im Paddock verbracht. Von Ermüdungserscheinungen keine Spur! Es dauert nicht lange bis sich ein paar gruppeninterne Wettrennen gebildet haben, die unter der Woche noch für viel Vergnügen bei uns sorgen sollten.

Nach einem schönen Vormittag über freie Ebene und vorbei an kleinen Seen erwartet uns unser erstes Mittagessen im Freien. In einem urigen, hübschen Dörfchen erwarten uns Uschi und ihr Team mit einer liebevoll gedeckten Tafel. Wer dachte, dass Picknicks auf Reittouren spartanisch ausfallen müssen, wird hier eines Besseren belehrt! Mit bequemen Stühlen sitzen wir an dem großen Tisch, auf dem uns kalte Getränke, Salate, Salsas, eine warme Mahlzeit und Nachtisch inklusive Kaffee serviert werden. Da mag man fast gar nicht mehr aufstehen. Wir tun es trotzdem, weil wir unbedingt mehr von diesem aufregenden Land erkunden und sehen wollen. Zugegeben, bei Ankunft auf der Ranch sah die Landschaft auf den ersten Blick nicht sehr abwechslungsreich aus, aber sehr schnell stellte sich heraus, dass das eine absolute Fehleinschätzung war. Jeden Tag bekommen wir etwas neues zu sehen und die Kontraste könnten unterschiedlicher fast nicht sein. Wir reiten über Felder, vorbei an unzähligen Kakteen und skurrilen Felsformationen, durch dichte, verwunschene Wälder, zerklüftete Täler, über steile Hügel und Berge, vorbei an schillernd blauen Seen und alten Kirchen, entlang saftig grüner, baumgesäumter Flussufer und durch kleine ruhige Dörfer. Auch je nach Jahreszeit kann das Landschaftsbild stark variieren. Von hüfthohen, bunt blühenden Blumenwiesen bis hin zu goldgelben Stoppelfeldern – jeder Monat hat seinen ganz eingenen Reiz.

Die Zeit verstreicht leider viel zu schnell. Einen der Tage verbringen wir fast ausschließlich in den Bergen. Über das unwegsame Terrain arbeiten wir uns langsam stets auf und ab, was sich als recht mühsam gestaltet, da man nebenbei immer darauf achten muss, nicht in einem der Kakteen hängenzubleiben. Belohnt werden wir für unsere Anstrengungen mit einem spektakulären 360-Grad-Blick vom Gipfel aus. Ein anderes Mal reiten wir über eine riesige, wunderschöne Hochebene, wo wir eine unvergessliche Mittagsrast am Ufer eines Sees genießen. Wir beobachten die lokalen Farmer bei der Arbeit mit den Ochsen auf dem Feld, baden in einem kleinen Teich und freuen uns immer wieder mal an einem kleinen Laden für ein erfrischendes Wasser oder Bier zu halten. Unsere tollen Wrangler sind stets aufmerksam und um unser Wohl bemüht, aber immer für einen Scherz zu haben. Die Stimmung ist immer ausgelassen. Auch die beiden Ranchhunde, Chispa und Kayla, die uns fast jeden Tag begleiten, sorgen immer wieder für Gelächter als sie mal wieder vergebens nach Vögeln jagen oder einer von beiden aus Versehen in einem Wassergraben versinkt.

Am Ende der Woche beenden wir die Reittour wieder an der Ranch. Ich bin gleichermaßen glücklich und traurig. Glücklich über das Erlebte der letzten Tag, traurig wegen des bevorstehenden Abschieds am nächsten Tag. Uschi bietet uns an, am Abreisetag noch mal einen kurzen Ausritt zu machen, früh morgens um 6 Uhr, da einige von uns schon früh zum Flughafen müssen. Aber will ich wirklich nach einer kompletten Woche Non-Stop-Reiten und vor einer stressigen 24-stündigen Rückreise morgens vor Sonnenaufgang im Kalten noch mal aufs Pferd? JA, SELBSTVERSTÄNDLICH! Und nicht nur ich, unsere komplette Gruppe sitzt bei Morgengrauen wieder im Sattel ihrer liebgewonnenen Vierbeiner. Ein letztes Mal geben wir richtig Gas und fliegen schneller denn je über die Felder, während die Sonne langsam hinter dem Horizont hervorlugt und Himmel und Erde in ein atemberaubendes Farbenmeer aus Gold und Orange verwandelt. Adiós México lindo! Einen schöneren Abschied könnte es nicht geben!

Alle Informationen zum „Highlands & Canyons Ritt“ erhalten Sie bei Pegasus Reiterreisen (Tel. +41-61 303 31 03, FreeCall aus Deutschland: 0800-505 18 01) oder unter http://www.reiterreisen.com/it-mxrlc01.htm
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