Killarney-Reeks-Trail Mai

Killarney-Reeks-Trail Mai

Beitragvon admin » 04 Mär 2013, 17:37

Anfang Mai 2011 brauchte ich eine Abkühlung vom mitteleuropäischen „Hochsommer“ und verabschiedete mich ins angenehme Inselklima Irlands um dort für Pegasus den Killarney Reeks Trail mitzureiten. Unser langjähriger Partner vor Ort führt dort seit vielen Jahren den 7-tägigen Trail im County Kerry durch. Ich reise zunächst nach Killarney, wo sich der Stall befindet. Der Ort selbst ist Ausgangspunkt für viele Touristen, die die Panoramaroute Ring of Kerry bereisen, und begeistert mich auf Anhieb mit seinem netten, hübschen Ortszentrum voller traditioneller Pubs und der schönen Kathedrale.

Ich werde im Stall herzlich von Aoife begrüsst und kann mir einen ersten Eindruck verschaffen. Aoife und ihre Familie sind waschechte Iren und Pferdeexperten durch und durch, die sich das Familienunternehmen im Laufe der Jahrzehnte aufgebaut haben. Zur Zeit besitzen sie ca. 160 Pferde, von den ca. 60 als Trailpferde eingesetzt werden. Der Großteil genießt seine Feizeit auf den umliegenden Koppeln, aber ein paar Pferde können wir schon im Stall erspähen. Es handelt sich um eine bunt gemischte Herde mit vorwiegend irischen Rassen wie Cobs, Connemaras Irish Draught oder Clydesdales. Bei einigen meiner Mitreiter kommen beim ersten Anblick einiger der kräftigen Exemplare Zweifel auf, ob sie denn auch temperamentvoll genug seien für ein paar flotte Galoppaden. Diese Bedenken sollen jedoch später wieder schnell verfliegen. Nach einem Rundgang und kurzen Gespräch zu meiner Reiterfahrung und meinem Pferdewunsch checke ich ins Hotel ein, einem sehr komfortablen Stadthotel im Zentrum mit großem Zimmer und Jacuzzi-Badewanne, die gleich von mir getestet wird.

Am nächsten Morgen beim Frühstück treffe ich auf meine Mitreiter, unschwer an der Reitkleidung erkennbar! Wir sind eine bunt gemischte Truppe aus Deutschland, Kanada, USA und Frankreich. Über das Wiedersehen mit einigen bekannten Gesichtern, die ich auf einer vorherigen Reittour in Afrika kennenlernte, freue ich mich besonders. Nach einem deftigen Full Irish Breakfast werden wir zum Startpunkt der Reittour gefahren, wo unsere Pferde schon auf uns warten. Mir wird der große Rappe Ben zugeteilt, der mir auf Anhieb sympathisch ist. Bevor es losgeht geht noch mal die Whiskeyflasche reihum und wir reiten gespannt in die grünen Hügel.

Alles sieht genauso aus wie man es aus der Butter-Werbung kennt. Leuchtend grüne Hügel, blaue Seen und überall Schafe. Bekanntlich regnet es in Irland des öfteren, aber genau deshalb ist die Insel auch so grün, wie ich es sonst noch nirgends gesehen habe.

Wir reiten durch sehr bergige Landschaft. In dieser Gegend befindet sich das höchste Gebirge Irlands (bis zu 1.000 Meter). Nach einem steilen Aufstieg befinden wir uns mitten im „Windy Gap“, wo uns der Wind im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren fegt. Zur Mittagsrast werden wir an allen Tagen jedes Mal vom Chef, Donie, persönlich mit dem Picknick-Auto empfangen.

Es gibt alles um sich nach Lust und Geschmack sein eigenes Sandwich zusammenzustellen – plus Obst, Kuchen und Kekse. Einige von uns sind allen Anschein nach schon voll an die irischen Gepflogenheiten akklimatisiert und bitten um einen Schuss Whiskey im Tee oder Kaffee. Gut gestärkt genießen wir und die Pferde eine paar ruhige Minuten, während uns Donie stolz den neuesten Zuwachs seiner Pferdefamilie präsentiert. Ein neugeborener Hengst spielt mit den anderen Fohlen und Müttern auf der Koppel nebenan. Wir sind die ersten Menschen, die er zu Gesicht bekommt.

Am Nachmittag reiten wir am See Coomasaharn vorbei und durch den irischen Sumpf, den „Bog“. Entlang des Weges türmen sich die Stapel des frisch gestochenen Torfs.

Nach einem schönen ersten Reittag erreichen wir dem Stall, wo wir unsere Pferde lassen und zu unserem Hotel gefahren werden. Nach nur einem Tag sind wir alle hellauf begeistert von unseren vierbeinigen Gefährten und freuen uns auf die kommenden Ritte.

Die nächsten beiden Nächte verbringen wir in dem beschaulichen Fischerort Glenbeigh. Im Pub wird unsere (vorwiegend) weibliche Reitgruppe schnell zur Attraktion und wir erleben einen äußerst unterhaltsamen Abend mit den Locals und lernen einige interessante Pub-Persönlichkeiten kennen.

Am nächsten Tag steht gleich ein absolutes Highlight auf dem Programm: der Strandritt! Nach kurzer Reitzeit erreichen wir den Strand von Glenbeigh, weiter fester Sandstrand ohne eine Menschenseele. Der Traum aller Reiter. Auch die Sonne meint es gut mit uns und verwöhnt uns mit ihren Strahlen. Wir genießen zahlreiche Galoppaden und eine meiner Mitreiterin auch ein kleines unfreiwilliges Bad, dank ihres badebegeisterten Pferdes.

Die Woche verfliegt wir im Nu. Wir lernen Kerry von all seinen Seiten kennen – reiten über Berge, vorbei an Seen, durch weite Felder und Wälder, entlang der Küste und durch kleine Orte. Nicht selten werden wir selbst zur Attraktion und werden von anderen begeisterten Touristen fotografiert.

Unser Guide Lena erzählt uns immer wieder Interessantes zu Land und Geschichte. Sehr oft sehen wir alte Häuserruinen, die teilweise noch aus der Zeit der großen Hungersnot Mitte des 19. Jhd. stammen, bei der 1 Millionen Iren starben und 2 Millionen auswanderten. Aber auch unzählige Burgen aus dem Mittelalter und Bauwerke der Kelten sind in Irland überall vorzufinden. Nach den ersten Reittagen in den Bergen um Killarney und dem Gebiet von Glenbeigh erkunden wir auf unseren letzten Reitetappen die Umgebung des Küstenörtchens Waterville, wo auch schon Charlie Chaplin regelmäßig seine Urlaube verbracht hat.

Genauso abwechslungsreich wie die Landschaft ist das Wetter in Irland. Auch wenn es für Mai ungewöhnlich frisch ist, haben wir dennoch Glück und bleiben von starkem Regen verschont. Nur am letzten Reittag gießt es, was der Stimmung aber keinen Abbruch tut, da wir beim letzten Galopp durch die Wellen ohnehin von oben bis unten durchnässt werden. Im vollen Tempo durch die Wellen – was für ein grandioser Abschluss! Glücklich und zufrieden beenden wir unsere Reittour und nehmen schweren Herzens Abschied von unseren liebgewonnenen Pferden, die sich auf eine saftige grüne Wiese freuen können. Wir fahren zurück nach Killarney, wo wir die wunderschöne Woche im Pub bei einem Guiness und irischer Live-Musik ausklingen lassen.

Ein besonderes Highlight, das im normalen Tourenverlauf der Reittour sonst leider nicht enthalten ist, bleibt mir am Abreisetag noch vorbehalten: Die Queen höchstpersönlich befindet sich zur gleichen Zeit wie ich am Flughafen in Cork und sorgt für ein paar zusätzliche unvergessliche Fotoaufnahmen!



Alle Informationen zum Killarney Reeks Trail unter: http://www.reiterreisen.com/kil008.htm
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