Sri Lanka - Tropen- und Strandtrail

Sri Lanka - Tropen- und Strandtrail

Beitragvon admin » 22 Jan 2014, 15:09

Es ist stockdunkel. Um mich herum das Rascheln der Palmblätter im Wind, das Rauschen der Wellen und die Nacht. In der Luft schwebt ein würziger Duft – ich atme tief ein. Ich öffne die Augen, hebe meinen Kopf und blicke aus meinem Bett über die Lagune: Geheimnisvoll spiegelt sich der Mond im Wasser. Ich nehme den Moment in mich auf, lächle und kuschle mich wieder in die weichen Kissen. Willkommen im Paradies, willkommen auf Sri Lanka – ayubowan!
Unser eifriger und liebenswerter Fahrer und Guide Leslie sowie unser erfahrener Reitguide Ishan zeigen uns vier Europäern knappe zwei Wochen lang ihr wundervolles Sri Lanka – zu Pferd, zu Minibus, zu Jeep, zu Boot, zu Tuktuk und zu Fuß. Die Insel besteht aus ganz unterschiedlichen Landschaften und Vegetationszonen. Und da sie in etwa so groß ist wie Bayern, ist es ein Leichtes die verschiedenen Gegenden zu bereisen. So durchstreifen wir auf intelligenten, sensiblen und lebhaften Marwari-Distanz-Pferden Küstengebiete mit breiten und endlos scheinenden Sandstränden, verweht wirkenden Dünen, palmengesäumten Lagunen und abgelegenen winzigen Fischerdörfern. Hierauf verschlägt es uns in artenreiche Dschungel, von Elefanten bevölkerte Savannen, prächtig grüne Teeplantagen und mystische Berglandschaften mit mächtigen Wasserfällen und atemberaubenden Aussichten über nebelverhangene Täler. Und schließlich erleben wir vor dem Hintergrund tiefblau schimmernder Berge malerische Seen umgeben von üppiger Vegetation, Plantagen und Reisfeldern. Insgesamt sieben Mal wechseln wir die Unterkunft und kommen so in den Genuss eines breiten Spektrums von luxuriös-mondänen Resorts über britisch-koloniale Hotels bis hin zu urig-ursprünglichen Palmdach-Chalets. Überall werden wir aufs Herzlichste empfangen, wie Ehrengäste behandelt und kulinarisch üppig mit den feinsten sri-lankischen Köstlichkeiten verwöhnt. Besonders schön sind in dieser Hinsicht unsere letzten Tage bei Tissamaharama, wo eine kolonial wirkende Tafel mit weißem Tischtuch unter dem breiten Geäst eines Baumes aufgestellt ist – nicht nur tagsüber mit den frei umherstreifenden Pferden der wohl idyllischste Ort für ein Curry, sondern auch abends bei Lagerfeuer und Barbecue herrscht hier eine bezaubernde Atmosphäre, wenn die in den Ästen hängenden Öllampen den Tisch erhellen.

Bild

Auf unserer Reise durch das ehemalige Ceylon lassen wir uns an den acht halben Reittagen aber nicht nur von der Naturvielfalt begeistern, sondern erhalten in der reitfreien Zeit auch tiefgehende Einblicke in die faszinierende Kultur des Landes. So besichtigen wir unter anderem einige UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten. In groben Zügen verläuft unsere Reise von Colombo über dessen ruhiges Küsten-Nachbarstädtchen Negombo, das Strand- und Palmenparadies Kalpitiya, die historische Ruinen- und Tempelstadt Anuradhapura und die beeindruckenden Palastruinen auf dem berühmten Sigiriya-Felsen im Dschungel. Weiter geht es über die eindrucksvollen Höhlentempel von Dambulla, das prächtige Kandy mit dem Zahntempel, Nuwara Eliya als höchstem Punkt der Reise inmitten der Teeplantagen, den tierreichen Udawalawe Nationalpark, die tropisch-üppige Gegend um Tissamaharama und schließlich über das koloniale Hafenstädtchen Galle wieder nach Colombo. Wir besichtigen viele Kulturstätten, diverse Tempel (in Kandy wohnen wir sogar einer Tempelzeremonie bei), erhalten interessante Führungen durch eine Holz- und eine Teefabrik und besichtigen einen Gewürz- sowie einen botanischen Garten. Im Gewürzgarten kommen wir dabei in den Genuss eines fantastischen Gewürztees sowie einer Massage mit Ölen von betörendem Duft. Außerdem erklimmen wir den steil aufragenden Sigiriya-Felsen für die wohl fantastischste Aussicht, besuchen eine beeindruckende Show mit traditionellen Tänzen und unternehmen eine Jeepsafari durch einen Nationalpark sowie eine Boots- und Tuktukfahrt. Besonders schön ist auch unser Sonnenaufgangsfrühstück an einem prächtigen See, in dem sagenhafte Bäume stehen, der von Lotusblüten übersät ist und der eine unglaubliche Vogelvielfalt aufweist. Aber selbst zu Pferd lässt sich durch die spitz zusammenlaufenden Ohrspitzen der Marwaris Kultur erleben: So stoßen wir an einem Tag mitten im Urwald auf uralte Ruinen, in denen sich wie magisch das Licht der morgendlichen Sonne bricht. An einem anderen Tag brechen wir zu einer buddhistischen Mönchsschule auf. Dort gönnen wir den Pferden eine Pause und zusammen mit einem sehr jungen Mönch erklimmen wir zu Fuß einen kleinen, dicht bewachsenen Berg. Nach anstrengender Kraxelei oben angekommen erwarten uns eine Tempelruine sowie atemberaubende Panoramen. Nach unserer kleinen Exkursion werden wir von den Mönchen noch zu sri-lankischem Gebäck, Kokosnüssen und Obst eingeladen und unterhalten uns eine Weile mit ihnen und erhalten so einen ganz besonderen Einblick.

Bild

Aber auch wenn wir gerade nicht an einem liebevoll geschmückten Tempel oder verwunschen wirkenden Ruinen vorbeireiten, gestalten sich unsere Ritte sehr abwechslungsreich und aufregend. So geraten wir etwa bei unserem ersten Ritt in der Nähe von Kalpitiya ins Dunkle, weil wir den Fischern am Strand zu lange begeistert bei der Arbeit zugesehen haben. Und dann beginnt es auch noch leicht zu regnen, worüber wir uns bei der Hitze aber freuen. Zusammen mit der Dunkelheit löst der Regen eine ganz eigene und bezaubernde Stimmung aus – bestimmt auch, weil eine Art Glühwürmchen durch die Luft tanzt. Ich lausche dem Summen, Brummen, Surren, Gurren, Tschirpen, Zwitschern, Fiepen und Quaken – den Betriebsgeräuschen dieser Gegend, die in der Dunkelheit immer stärker anschwellen. Durch ein paar kleine Dörfer reiten wir zurück – da es auf Sri Lanka nur etwa 250 Pferde gibt, stellen wir eine Attraktion dar und die Menschen und Kinder kommen fröhlich aus ihren Hütten und Häusern gerannt und winken uns eifrig zu (manch ein kleines Kind starrt uns auch nur ungläubig aus großen Augen an). Während unserer gesamten Reise begegnet uns diese Freundlichkeit und Fröhlichkeit an jedem Ort – dies ist es, was unsere Reise so besonders und einzigartig macht.

Bild

Am nächsten Tag erstreckt sich zur einen Seite der Ozean, zur anderen eine weite Lagune umgeben von einem Palmenmeer – dazwischen nichts weiter als Sandstrand. Nach einer Weile befinden wir uns auf einer Landzunge, da nun auch die andere Seite vom Meer umgeben wird. Über den Strand, sandige Wege und durch Mangroven hindurch erreichen wir ursprüngliche Fischerdörfer, deren Häuser zumeist komplett aus Palmblättern errichtet sind. Kein Auto verschlägt es mehr hierhin. Mehrere kleine wilde Esel lugen uns zwischendurch neugierig nach, während wir die Fischer beim Einholen ihrer überdimensionalen Netze beobachten. Nach diesem unvergesslichen Ritt wartet das nächste Highlight auf uns: Baden mit den Pferden im Meer. Meine Schimmelstute Kushi (was so viel wie „kitzlig“ heißt) ist davon zuerst einmal nicht ganz überzeugt. Aber nach einigem guten Zureden und Schulterklopfen findet sie sogar Gefallen daran und taucht ihren Kopf freudig unter Wasser. Kommt eine der recht großen Welle, kann es sein, dass wir sogar ganz abtauchen – gar nicht so leicht dabei auf dem Pferd sitzen zu bleiben! Immer wieder schön ist auch die Schmetterlingsvielfalt – oft galoppieren wir wie durch einen Vorhang von ihnen – traumhaft! Um all diese fantastischen Erlebnisse möglich zu machen, leisten nicht nur unser Reitguide, sondern auch die Grooms täglich einen fabelhaften Job: Mich fasziniert ihre perfekte Balance zwischen Pferde- und Gästefürsorge. So werden nicht nur wir Reiter mit allem versorgt und mit großer Rücksicht betreut, sondern während der Ritte treffen wir auch einmal stündlich auf das Begleitfahrzeug. Dann ist es jedes Mal wie eine Art Boxenstopp: Das „Kühlwasser“ für die Pferde steht schon bereit, ein „Ersatzteillager“ befindet sich im Wagen und ein Fotoshooting findet auch häufig noch statt. Manchmal fährt das Auto auch ein Stückchen vor uns um tolle Galoppfotos zu schießen. Und wenn wir eine befahrene Straße überqueren müssen, was sehr selten vorkommt, werden wir oft sogar eskortiert…

Bild

Was mich außerdem an Sri Lanka fasziniert, ist die enorme religiöse, ethnische und kulturelle Vielfalt der Insel: Es gibt Buddhisten (zumeist Singhalesen), Hindus (größtenteils Tamilen), Muslime, Christen und noch einheimische Stämme. Dementsprechend sieht man Kirchen, Moscheen, monumentale buddhistische und vielfarbige hinduistische Tempel. Und obwohl bis vor kurzem Krieg geherrscht hat, ist davon nichts zu spüren: Alle scheinen gut miteinander auszukommen, ich habe Christen und Hindus respektvoll Buddhisten-Mönchen die Füße küssen sehen und einige Partner aus Mischehen kennengelernt.
Derselbe Galopp, jedoch inmitten unterschiedlichster Szenarien: Am Strand vorbei an Palmhütten direkt in den Sonnenuntergang, am Rande eines malerischen Sees, in dem träge Wasserbüffel dösen und aus dem abertausende Vögel auffliegen, auf den Spuren von Elefanten oder zackig durch die Teeplantagen in den Bergen – all das, die vielen winkenden und lachenden Menschen und noch viel mehr wird mir von Sri Lanka in Erinnerung bleiben. Die Paradies-Insel hat mich in ihren Bann gezogen und lässt mich „Auf Wiedersehen“ sagen.
Lara von Breidenbach

Alle Infos: http://www.reiterreisen.com/sri013.htm
Bilder: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.687208244652473.1073741888.118932041480099&type=3

Bild

Bild
Benutzeravatar
admin
Site Admin
 
Beiträge: 116
Registriert: 20 Feb 2013, 13:58

Zurück zu Unsere Reiseberichte

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 6 Gäste