Reiten und Geniessen in Dänemarks Vildmark

Reiten und Geniessen in Dänemarks Vildmark

Beitragvon admin » 04 Mär 2013, 17:36

Auf der Webseite war von einem herrlichen Ausreitgelände die Rede gewesen, doch hatten mir Bekannte aus Dänemark versichert, dass man bei ihnen nicht wirklich reiten könne, es wäre alles viel zu klein und viele Wege seien gesperrt. Daher war ich doch recht gespannt, als ich mich auf den Weg nach Nordjütland machte um unseren neuen Partner zu besuchen. Es stand ein 2-tägiger Testritt an.

In Aalborg wurde ich von unserem Partner herzlich empfangen und per PKW ging es eine knappe Stunde durch ein völlig einsames Gebiet; nur hie und da gab es ein kleines Dorf am Weg, ansonsten wechselten sich niederer Tannenwald und idyllische Wiesen ab. Bald schon sahen wir auch das blau schimmernde Meer. Äußerst idyllisch zeigt sich auch der kleine Hof. Wenige Kilometer von der Küste entfernt liegt das hübsch renovierte typische Anwesen in Alleinlage, umgeben von Pferdeweiden und Getreidefeldern.

Drei weitere Teilnehmer des Genießer-Wochenendes sind bereits vor Ort. Gemeinsam nehmen wir einen Aperitif ein und stärken uns mit einigen leckeren Lachs- und Käsehäppchen. Die Atmosphäre auf dem Hof ist typisch skandinavisch: kleine Gruppen und familiäre Atmosphäre sind hier selbstverständlich. Die Hausherren tun alles, damit sich die Gäste wohl fühlen: Es erwartet uns zwei Tage lang ein komplettes Verwöhnprogramm.

Die Mischung, die dieses Programm ausmacht ist dabei sehr außergewöhnlich: erstklassige Islandpferde, wilde Natur und dazu Gourmetküche vom Feinsten. Die Pferde, die wir reiten sind Verkaufspferde, die unser Partner nebenbei teils für Shows und Wettbewerbe vorbereitet oder fertig ausbildet. Die Qualität der Tiere ist beeindruckend: sie sind alle super einfach zu reiten, völlig unabhängig von der Gruppe und tölten quasi von alleine. Ich bin restlos begeistert!

Der erste Reittag führt uns an einem selbst im August menschenleeren lang gezogenen Strand bis zu einer Klippe und von dort über hügelige Wald- und Wiesenpfade bis zu einem idyllischen Picknickplatz mit Blick aufs Meer. Hier ist der Tisch für uns bereits gedeckt und es fehlt weder am Sekt noch am Kuchen. Ein leckeres Buffet aus herzhaften und süßen Speisen lädt uns zum Schlemmen ein. Zwei Stunden verweilen wir auf unseren Decken in der strahlenden, aber angenehm warmen Sonne und lassen es uns gut gehen. Auch plagen einen hier keine lästigen Insekten. Die Pferde grasen derweil zufrieden auf ihrer Koppel am Waldrand. Später satteln wir wieder die Pferde und weiter geht es in fröhlichem Tölt durch den Tannenwald und über weite Heidelandschaft zu den Pferdeweiden. Zurück am Hof erwarten uns wieder ein köstlicher Aperitif und feine Häppchen. Während der Hofherr (Gourmet-Koch) in der Küche unser Abendessen zaubert, liegen wir ausgestreckt auf der sonnigen Terrasse vor dem Haus und genießen unsere Drinks. Anschließend geht es zu Tisch, wo wir mit Fischsuppe, Rucola-Gemüse und anderen Köstlichkeiten verwöhnt werden. Die kunstvoll angerichteten Speisen könnt man ohne Weiteres in einem 5-Sterne-Restaurant servieren.

Damit wir uns dann auch völlig entspannen, haben unsere Gastgeber bereits das hölzerne Jacuzzi geheizt – hier ist alles stilecht. Satt und zufrieden finden wir uns im blubbernden Wasser ein, über uns ein klarer Sternenhimmel. Gewiss war uns Petrus an diesem Wochenende besonders gnädig, doch wenn es einmal nicht ganz so schön sein sollte, lädt das gemütliche Wohnzimmer oder auch der Weinkeller zum Verweilen ein. Ebenso kann man Massagen hinzubuchen. Mehr Entspannung bedarf es für mich heute aber nicht mehr und ich schlafe gut und lange. Um halb neun treffen wir uns zum ausgiebigen Frühstück mit frisch gepresstem Orangensaft, Smoothies usw.

Auf geht es zum zweiten Reittag. Wir satteln die Pferde und reiten zunächst durch die Heide, wo wilder Thymian und Pfefferminz üppig wachsen, dann weiter über breite bewachsene Waldwege bis zu einem kleinen Fischerdorf. Hier machen wir Rast an einem Café. Erneut haben unsere Gastgeber ein herrliches Buffet im Freien für uns vorbereitet. Der Cafébesitzer hat eine kleine, feine Sammlung an typischen Landschaftsgemälden, aber auch an modernen heimischen Kunstwerken zusammengetragen, die wir nach dem Essen bewundern. Später geht es zurück in den Tannenwald, vor langer Zeit gepflanzt um die Dünen am Wandern zu hindern und den Wind von der See her auszubremsen. Abgesehen vom Wald fühle ich mich hier fast wie auf Island, besonders wenn wir über die weite offene Heide tölten. Bald gelangen wir zu einem großen Vogelkliff, wo die Möwen kreisen. Hier treffen wir doch einige wenige Touristen, die den Felsen ebenfalls bewundern und sich am Strand niedergelassen haben. Das Kliff müssen wir nun mit den Pferden umrunden um weiter zu kommen. Das Wasser geht den Pferden bis fast an den Bauch, aber mutig wie Isländer es sind, trotzen sie den Wassermassen und gehen so dicht wie möglich am Fels entlang. Da mein Pferd das Mutigste ist, reite ich voraus. Mir selbst als absoluter Bergmensch ist es dabei etwas unheimlich, wenn die Wellen gegen den Fels schlagen... Auf der anderen Seite geht es lange über den breiten, nun wieder leeren Stand und weiter in die Dünen. Das Reiten im Tölt über die schmalen hügeligen Wege, die sich durch die Dünen ziehen, macht mir besonders Spaß. Und die Pferde sind einfach unermüdlich, typisch Islandpferde.

Am Nachmittag erreichen wir die heimischen Weiden und lassen unsere Isis zurück zu ihren Freunden. Wir selbst fahren zum Hof, stärken uns noch einmal bei einem Drink und brechen dann langsam wieder auf. Am zweiten Reittag war auch ein dänisches Paar mit ihren eigenen Pferden dabei. Da die Landzunge in Nordjütland ein prima Reitgelände und unser Partner das passende Verwöhnpicknick bietet, kommen selbst Reiter mit eigenem Pferd gerne für einen Tag hinzu.

Völlig begeistert trete ich die etwas lange Heimreise nach Süddeutschland an, nie hätte ich geahnt, was Dänemark alles zu bieten hat. Klein, aber fein! Fazit: Die Reise ist den Preis wirklich wert.

Jessica Kiefer

Bilder und weitere Infos unter: http://www.reiterreisen.com/val005.htm
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