Ronda-Atlantik-Ritt in Andalusien

Ronda-Atlantik-Ritt in Andalusien

Beitragvon admin » 09 Dez 2013, 12:09

Ronda Atlantik Ritt 27.10.-03.11. Berge, Stierweiden, Pinienwälder und der weite Atlantikstrand
Samstag 26.10.
Voller Vorfreude starte ich am Samstag bei wunderschönem Wetter mit Sonne satt und warmen 20°C meine Reise nach Andalusien. In Malaga werde ich schon freudig von Cannia erwartet. Auf dem etwa 30 minütigen Transfer geht es über Feldwege die Berge hoch, immer mit dem wundervollen Ausblick auf felsige Berglandschaften und natürlich das weite Mittelmeer. Meine Spannung und Vorfreude steigen. Angekommen auf der Finca bin ich überwältigt von der schönen Anlage, eine artgerechtere Pferdehaltung kann sich kein Pferd wünschen, große Korrale in denen die etwa 200 Pferde fröhlich als Herde ihr Leben genießen. Auch der große offene Laufstall für die Stuten mit ihren Fohlen ist ein schöner Anblick und die Ausgeglichenheit der pferdegerechten Haltung wird sich uns in den nächsten Tagen zeigen. Cannia bringt mich in mein nettes Zimmer, wo mich meine Mitreiterin schon erwartet und mir gleich von ihrem ersten tollen Ausritt berichtet. Wir verstehen uns auf Anhieb super gut und freuen uns sehr die weiteren Ronda Teilnehmer kennen zu lernen. Um 20.30 Uhr gibt es in dem Gemeinschaftsraum ein gutes Essen als Vorspeise das berühmte Aioli der Finca, einen frischen Salat und anschließend Rindfleisch in Soße mit Pommes. Während der Mahlzeit unterhalten sich alle Reiter fröhlich und berichten von ihren Ausritten und den tollen Pferden, sodass sofort ein Gemeinschaftsgefühl entsteht und sich auch Einzelpersonen leicht eingliedern können. Nach dem Essen setzt sich die Ronda Gruppe mit unserer Reitführerin Julia zusammen und wir besprechen den Ablauf der kommenden Woche.
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Sonntag 27.10.
Der Tag startet mit super schönem Wetter, blauem Himmel und Sonne satt, was uns die ganze Woche über begleiten wird. Nach einem wunderbaren kontinentalen Frühstück treffen wir uns gestärkt auf dem Hof und die Pferde werden verteilt. Ich bekomme einen schönen Schimmel- Wallach, Campero, welcher mir schon mit interessierten Augen entgegenblickt. Nachdem wir die Pferde geputzt und gesattelt haben und die gebisslose Zäumung, das Hackamore, anlegen, bekommen wir eine Einführung in die leicht veränderte Reitweise in den spanischen Sätteln. Die einhändige Zügelführung und die langen Steigbügel sind für uns alle anfangs etwas ungewohnt, jedoch gewöhnen wir uns im Laufe des ersten Rittes schnell daran und es zeigt sich sehr bald der Vorteil der bequemen Vaquera Sättel. So starten wir zu einem ersten zweistündigen Proberitt in dem Gelände um die Rancho La Paz. Ich bin sofort ganz begeistert von meinem tollen zuverlässigen Pferd, welches auf die kleinste Hilfe sofort reagiert, zügig vorwärts und trittsicher über das felsige Gelände geht. Jeder meiner Mitreiter freut sich ebenso über sein Pferd und die ersten spielen schon mit dem Gedanken ihren treuen Freund mit nach Deutschland zu nehmen. Nach dem schönen Ritt essen wir noch zu Mittag, bevor wir dann unsere Tour starten und über Bergserpentinen in ein kleines Dorf neben Ronda in unser erstes Hotel fahren. Wir erfreuen uns an den stilvoll eingerichteten Zimmern und den Balkonen welche einen direkten Blick auf einen nett angelegten Garten mit Springbrunnen haben. Bei dem wundervollen Drei-Gänge-Menü zum Abendessen, wobei wir aus verschiedenen Gerichten eine Vorspeise, Hauptspeise und ein Dessert wählen dürfen, steigt unsere Freude auf die kommende Woche immer mehr an. Das typisch spanische Essen mit Gazpacho, einem Fischgericht und anschließend einer Creme von Kaktusfrüchten ist wirklich ausgezeichnet.

Montag 28.10.
Der erste Reittag führt uns in 3 Stunden über steile Bergpfade in die Höhen um Ronda. Schon gleich sind wir begeistert von der Trittsicherheit der Pferde, welche mühelos die steilen Berge erklimmen. Von weitem erkennen wir das weiße Bergdorf Cortes de la Frontera, welches unser heutiges Ziel ist. Nachdem wir die Pferde auf einer schönen Weide gelassen haben, essen wir in einem Restaurant in Cortes zu Mittag. Nach der Pause werden wir nach Ronda gebracht, wo wir den Nachmittag zur freien Verfügung haben und die sehr nett gelegene altertümliche Stadt an der Schlucht besichtigen können. Abends kehren wir in unser Hotel in einem Dorf neben Ronda zurück, wo wir erneut ein sehr gutes Essen genießen.

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Dienstag 29.10.
Nach dem spanischen Frühstück beginnt der erste lange Tag. Auf einem ca. 9-stündigen Ritt erklimmen wir die steilen Berge um Ronda durch den herrlichen Naturpark, vorbei an zahlreichen Korkeichen. Über uns kreisen immer wieder Schmutzgeier, gierig auf der Suche nach Aas. Tapfer und trittsicher steigen unsere Pferde über die steinigsten Wege. Wir genießen die herrliche abwechslungsreiche Natur, durchqueren kleinere Flüsse und sehen einige Kühe neben den Wegen. Mittags picknicken wir auf einer wunderschönen Waldlichtung. Am Abend übernachten wir in unserem zweiten Hotel in Alcala, einem der schönen weißen Dörfer.

Mittwoch 30.10.
Heute erwartet uns ein 8-stündiger Ritt. Wieder geht es über tolle Berglandschaft und neben Stierweiden durch den Naturschutzpark von Aljibe und Alcornocales. Abends statten wir einem echten urigen Sattler in seiner Werkstatt einen Besuch ab und zwei der Reiterinnen können sich über ein paar tolle neue lange handgemachte Lederchaps freuen.
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Donnerstag 31.10.
Am Morgen haben wir Zeit die kleine Stadt Alcala zu besichtigen. Über den schönen weißen Gebäuden thront auf dem Berggipfel die alte Burgruine, von welcher man einen herrlichen Blick über die hügelige Landschaft hat. Dann fahren wir mit dem PKW zu unserem Startpunkt, wo wir die Pferde fertig machen und nebenan in einem kleinen Restaurant zu Mittag essen. Schließlich geht es los, zum ersten Mal reiten wir in der Ebene. Über Felder vorbei an großen Stierweiden freuen sich die Pferde und ihre Reiter über schöne Galoppstrecken. Wir reiten ca. 2,5 Stunden durch kleinere Wälder bis wir schließlich am Ziel ankommen. Mittags ist es endlich soweit und wir erreichen unser drittes Hotel in Zahara de los Altunes, wo wir abends an dem lang erwarteten weißen Atlantikstrand einen romantischen Sonnenuntergang in vollen Zügen miterleben dürfen.
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Freitag 01.11.
Heute geht es morgens über riesige Stierweiden. Es sind doch alle etwas angespannt bei der Aussicht auf die großen und kräftigen Stiere, welche direkt neben dem Weg stehen. Leise und ruhig reiten wir an den beeindruckenden Tieren vorbei. Auf einmal steht ein kräftgies Tier direkt vor uns auf dem Weg, alle bekommen einen leichten Schreck. Dieser legt sich jedoch sogleich, als uns Julia lachend versichert, dass es sich hierbei um eine Kuh handelt und diese sanft mit ihrem Pferd vom Weg scheucht, so bekommt die Gruppe sogar noch eine kleine Vaquera Vorführung. Dann erreichen wir eine schöne Kuhweide, wo uns ein echtes Highlight erwartet. Eine prächtig gedeckte Tafel mit verschiedenen Köstlichkeiten, wie Lachs, Kalbsfleisch, eingelegte Paprika, Tortilla, Tomaten, Sardinen und kalten Getränken, mitten in der freien Natur. Wir sind ganz überwältigt, was unser treuer Cannia für uns gezaubert hat. Gut gestärkt reiten wir dann in Richtung Strand. In weiter Ferne können wir das blaue Meer schon sehen und die Vorfreude steigt. Dann endlich ist es so weit und bei jeder sich bietenden Gelegenheit reiten wir im gestreckten Galopp über den schönen Sand. Rechts das rauschende Meer und links in der Ferne die Berge. Schöner könnte auch ein Traum nicht sein!

Samstag 02.11.
Nach dem super guten und sehr vielfältigem Frühstück mit Orangensaft, Käse und Wurst brechen wir zu unserem letzten wundervollen Ritt auf. Bei dem Ausblick auf Abschied von den Pferden und der gemeinsamen Zeit ist die Stimmung anfangs doch etwas bedrückt, dies ändert sich jedoch mit der Ankunft bei den Pferden sofort. Nach dem Putzen und Satteln geht es los. Am Vormittag reiten wir auf sandigen Wegen durch einen dichten Pinienwald, der uns sehr an einen verwunschenen Märchenwald erinnert. Schließlich erreichen wir das Ende des Waldes und reiten am Rande der Stadt Barbate. Schon bald können wir das Meer aus der Ferne sehen und freuen uns auf die Galoppaden am Strand, welche uns am Nachmittag erwarten werden. Wir erreichen einen kleinen Pferdehof, wo die Pferde während unserer Mittagspause bleiben. Nebenan essen wir in einem netten Restaurant auf der Terrasse zu Mittag. Wir bekommen Tapas serviert und können so unser letztes typisch spanisches Essen in vollen Zügen genießen. Dieses Gefühl wird bei dem sehr guten Flan als Nachtisch noch bestätigt und uns wird klar, dass wir auch die spanische reichhaltige Küche sehr vermissen werden. Nach der Pause steigen wir wieder auf und es geht zum Strand. Auch die Pferde freuen sich über die wundervollen Strandgaloppaden. Neben uns rauscht das Meer, der Wind pfeift leise um unsere Ohren, ein schöneres Ende kann man sich gar nicht wünschen. Umso trauriger sind wir alle als wir Zahara nach ca. 2 Stunden erreichen und die Pferde hier verladen werden. Mit Tränen in den Augen verabschieden wir uns von den tollen Tieren. Nach einer 2,5-stündigen Autofahrt erreichen wir La Paz wo wir die Woche bei einem gemeinsamen Abendessen und einem Glas Wein ausklingen lassen.
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Sontag 03.11.
Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück mit den verbliebenen Mitreiterinnen verabschieden wir uns traurig und streicheln ein letztes Mal über das weiche Fell unserer treuen Gefährten, welche uns sicher die Woche über begleitet haben. Ein wirklich tolle Woche mit den wundervollen Pferden, schönen Hotels, einer Reitführerin die sich rührend um uns gekümmert hat, malerischer und sehr abwechslungsreicher Landschaft und dem super guten Essen und zu allem Glück mit herrlichem Wetter mit viel Sonne und warmen 23-26°C geht zu Ende. Kurz, eine Woche in der alle gemeinsam sehr viel Spaß hatten und Land, Leute, Flora und Fauna kennen gelernt haben.

Lisa Schneckenburger, Oktober 2013

Link zum Programm: www.reiterreisen.com/ron008.htm
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