Kanada - Banff Lodge-Ritt

Kanada - Banff Lodge-Ritt

Beitragvon admin » 10 Aug 2017, 11:49

Banff Lodge Ritt in der Wildnis Albertas

Früh morgens fahre ich per Mietwagen von Calgary gen Norden. Die Strasse führt geradlinig immer näher an die Rocky Mountains heran. Erst sieht man die teils noch schneebedeckten Gipfel in der Ferne, aber nach und nach komme ich näher und bin schliesslich mittendrin. Dieses Jahr feiert Kanada sein 150-jähriges Bestehen, daher sind die Eintritte in fast alle Nationalparks kostenlos. Der Banff Nationalpark ist wunderschön: Wälder, klare Flüsse, schneebedeckte Gipfel und Banff als namensgebender Ort mittendrin. Der hübsche Ort mit ca. 8000 Einwohnern wird in der Sommerzeit von bis zu 40.000 Personen bevölkert!
Gegen 9 Uhr bin ich am Stall und werde begrüsst. Das Gepäck wird auf Maultiere verladen. Die Tiere werden zu einem Zug hintereinander befestigt und von einem Reitführer direkt zur nächsten Unterkunft gebracht, ein sehr ökonomisches und umweltfreunfdliches Transportmittel.
Ich treffe auf die anderern Gäste, zwei Frauen aus Deutschland, ein Ehepaar aus North Carolina, eine Frau aus New York sowie zwei Wrangler (Guides und Helfer), die mit uns reiten. Vorab bekommt jeder noch einen Regenmantel, der hinter dem Sattel befestigt wird und wer möchte kann auch eine Reitkappe ausleihen. Dann geht es zu den Pferden. Ich bekomme Deuce, einen Pinto. Nachdem die Satteltaschen gepackt und alles gerichtet ist, geht es los in die Natur.
Vom Stall weg geht es Richtung Wald, hier trifft man nur anfangs und eher selten auf Wanderer oder hin und wieder einen Radler – Motorräder, Quads und Autos sind hier verboten! Einzig dieser Stall hat die Linzenz im Nationalpark zu reiten, so dass man nach einem halben Tag so gut wie unter sich ist – nur Natur um einem herum, traumhaft!
Gegen Mittag erreichen wir einen Fluss, wo wir Salate und Steaks frisch vom Grill verzehren, in traumhafter Kulisse!
Im Anschluss reiten wir etwas mehr bergan, durch einige Flüsse vor der Gipfelkulisse bis wir nach insgesamt ca. 5 Stunden an der Lodge ankommen. Die Maultiere sind bereits samt Gepäck vor Ort, die Pferde werden abgesattelt und in ihre Pause entlassen und wir erkunden die wunderschöne Lodge. Über eine kleine Brücke geht es auf ein auf einer Wiese stehendes Holzhaus das idyllisch neben dem Fluss liegt. Das Nachbarhäuschen wird von Murmeltieren gerade zum Sonnen genutzt. Ein Tier liegt auf dem Dach und räkelt sich, das zweite sitzt auf der grünen Wiese und grast, ein besonderes Empfangskommitee!
Jeder darf sich eines der ca. zehn Zimmer aussuchen, die im kanadischen Blockhausstil eingerichtet sind. Dazu gibt es zwei Bäder, einen grossen Aufenthaltsraum mit Kamin, ein Esszimmer und eine umlaufende Veranda. Dort können bei einem kühlen Getränk die Sonne geniessen, es ist aktuell sehr warm für diese Jahreszeit.
Am Abend gib es ein grandioses Essen mit Salat, Fisch bzw. gefüllten Paprika für Vegetarier, selbstgemachtem Kartoffelbrei, Gemüse, selbstgebackenem Brot und lauwarmem Schokokuchen zum Nachtisch!
Satt und glücklich lassen wir den Tag gemütlich im Kaminzimmer ausklingen, bevor wir mit dem gleichmässigen Rauschen des Flusses in den Schlaf sinken.
Der Kaffee steht bereit, so dass man noch vor dem Frühstück eine Tasse auf der Veranda geniessen und den anbrechenden Tag begrüssen kann. Gegen 8:30 Uhr gibt es Frühstück mit Eiern, Pilzen, Bacon, Scones, Toast, Müsli, Saft, Tee, Kaffee etc., wieder reichlich – hier kann man wirklich nicht verhungern.
Das Gepäck wird von einem Wrangler auf die Maultiere gepackt , der die Tiere fachgerecht belädt und zum nächsten Etappenpunkt führt.
Die Gruppe sitzt auf und reitet der zweiten Lodge entgegen weiter hinauf in die Wildnis der Rockys.
Für mich heisst es leider zurückkehren über eine andere Strecke. Durch Flüsse, Wälder und über kleinere, verschlungene Wege zum Mittagsrastplatz, wo es diesmal Hot Dogs mit frisch gegrillten Würstchen bzw. Sandwiches für Vegetarier, Kekse und Äpfel gibt – erneut am Fluss vor der Bergkulisse.
Nach ca. 5 Std. erreichen wir wieder den heimischen Stall (diese Etappe entspricht dem letzten Tag des Lodge Rittes), wo die Pferde durch die Wrangler versorgt werden und wir unser Gepäck in Empfang nehmen.
Die Logistik ist wirklich unglaublich: Da absolutes Autoverbot herrscht und es sowieso keine befahrbaren Strassen zu den Camps/Lodges gibt wird alles! per Maultier hinein- und abtransportiert. Nahrungsmittel, Schmutzwäsche, selbst Kühlschränke oder Fenster, die ausgetauscht werden müssen.
Ich verabschiede mich von Deuce, der mich trittsicher über alle Pfade geführt hat und von Julie, der Chefin, die heute mit mir geritten ist und mir viele Informationen zu Banff, der Flora und Fauna und dem Leben in der kanadischen Wildnis gegeben hat.
Die Tour wird im Schritt geritten und ist somit vom Tempo langsam, doch die Kulisse ist atemberaubend und lohnt auf jeden Fall!
Banff ist ein charmanter Ort inmitten der kanadischen Wildnis und auf jeden Fall einen Besuch wert! Ich werde sicherlich wiederkommen, das nächste Mal mit mehr Zeit im Gepäck!


Ein Reisebericht von Julia Wies | Pegasus Reiterreisen
Weitere Infos hier: http://www.reiterreisen.com/rtab17.htm
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