Island - Reiten und Relaxen 22.08.-28.08.

Island - Reiten und Relaxen 22.08.-28.08.

Beitragvon admin » 30 Sep 2016, 23:29

Der Flieger begann mit dem Landeanflug und das erste was ich von Island sah war ein Blick auf die zerklüfteten Westfjorde. Es war ein wunderbares Wetter. Strahlender Sonnenschein begleitete meine Fahrt mit dem Flughafenbus nach Reykjavik. Das strahlende Wetter lies die ersten Lavafelder und Berge, die ich erblickte, noch viel intensiver mit ihren grünen Moosflechten erleuchten. Würde ich Island in Farben beschreiben wäre das ein sattes, helles Moosgrün, tiefes Himmelblau und das schwarz des Lavasands. Die ersten zwei Tage nutze ich dazu Island erst mal kennenzulernen, bevor ich mich auf dem Rücken der Islandpferde in die Wildnis schlage. Reykjavik ist eine sehr niedliche Stadt, wenn man bedenkt, dass sie die Hauptstadt eines Landes ist. Es gibt viele kleine, individuelle Geschäfte und in fast allen kann man irgend etwas aus Lavastein oder Schafswolle kaufen. Die weisse Kirche Hallgrimskirkja ist unglaublich ergreifend und man hat von der Turmspitze aus einen tollen Blick. Es gibt in Island neben der berühmten Blauen Lagune noch sehr viele nette Thermen, in denen man sich schön aufwärmen kann. Am zweiten Tag unternahm ich eine Bustour zu den "Golden Highlights": Thingvellir der Punkt, an dem die Spalte zwischen Amerikanischer und Eurasischer Platte am markantesten ist, Gullfoss, einem imposanten Wasserfall und ein Areal mit vielen Geysiren, die alle 3-4 Minuten einen Schwall 80-100° heissem Wassers in die Höhe schiessen.

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Gullfoss
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Thingvellir
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Nach den zwei Tagen Entdeckungstour begann der lang ersehnte Reiturlaub auf Island. Der Shuttle Service holte mich früh am Hostel ab und wir fuhren, zusammen mit einigen anderen Gästen, zum Hof. Ca. 300 Islandpferde erwarteten die Gäste und man bekommt fast einen Zuckerschock von viel zu viel süssen Pferden, von denen einige neugierig schauten. Zunächst bezog ich erst mal mein Zimmer und erkundigte mich nach dem Hot Pot, einer Art heissem Pool, sowie den Essenszeiten und den Aktivitäten. Alle, die im Hotel und Stall arbeiten sind unglaublich aufmerksam, sehr nett und hilfsbereit. Alle haben ein tolles Englisch, teils auch deutsch, gesprochen und man fühlte sich sofort wohl. Es gab auch sehr viele Mitarbeiter, die deutschstämmig waren und die jemandem sofort geholfen haben, wenn man mit seinem Latein/Englisch nicht mehr weiter wusste. Gleich am Nachmittag bin ich direkt noch auf einen kleinen Ausritt gegangen. Es war ein relativ langsamer Ausritt von ca. 2h, der aber trotzdem sehr viel Spass gemacht hat, denn der Tölt, den ich vorher noch nie im Leben geritten bin war eine völlig neue Reiterfahrung für mich. Am Abend lernte ich meine Reitergruppe und unseren Guide Lydia beim gemütlichen Abendbuffet mit sehr köstlichem Essen kennen. Lydia erklärte uns wie der nächste Tag geplant war und wir machten es uns alle nach dem Essen mit voller Vorfreude auf den nächsten Tag auf den Zimmern gemütlich.

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Vidir (links)
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Der erste Morgen begann. Nach einem leckeren Frühstück mit süssen Orangen und frischen Brötchen ging es auf zum Stall, wo die Pferde schon schnaubend auf ihre Reiter warteten. Heute begleiteten uns Lydia und Marianne. Wir bürsteten die Pferde, die dann auf dem Hänger mit uns zum ersten Startpunkt fuhren, einem Tal mit Blick auf den Hekla Vulkan und sehr schönen Sandwegen. Gestartet wurde in der Nähe eines Plateaus mit steilen, roten Felswänden und einem tollen Reitweg. Es ging schon nach wenigen Minuten direkt los im Tölt, das Tempo wird fast den ganzen Tag gehalten. Die Pferde waren voller Energie und ich ritt einen kleinen brauchen Wallach, der ziemlich zackig unterwegs und sehr sensibel war. Am Anfang wusste ich noch gar nicht wie genau sich nun Tölten anfühlen muss und fand es teilweise etwas unbequem – der Grund war, dass ich den Gang noch nicht sauber reiten konnte. Aber das sollte sich schnell ändern. Bei den Ritten kann bei jeder Pause das Pferd gewechselt werden bzw. es wird gewechselt, sodass jeder so viele Pferde wie möglich reiten darf. Ungewöhnlich, aber reiterlich sehr interessant.

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Die Mittagspause verbrachten wir bei einem alten Wikingerrelikt, einem großen Haus, das später von der Asche eines Vulkanausbruchs überdeckt wurde. Die Pferde durften sich ebenfalls entspannen. Was nach dem Wikingerhaus jedoch folgte, bleibt bis heute eins meiner absoluten Highlights. Nach einem kurzen Spaziergang, immer unserem Guide hinterher, kamen wir zu einem unbeschreiblich schönem Fleckchen Erde, einem doppelten Wasserfall, der auf einmal mitten in den Canyon unter uns in einen türkis blauen See stürzte. Es war ein so schöner Anblick, dass ich extra kein Foto davon hier posten möchte, da man das einfach selbst erleben muss – ein simples Foto würde dem nicht gerecht werden. Nach der Mittagsrast wurden die Pferde wieder gesattelt. Einigen von uns viel es von Anfang an leichter zu Tölten als anderen. Ich war eine von denen, die ein bisschen Hilfe dabei brauchten. Deshalb durfte ich nach der Rast auf meinem „Sofapferd“ Styrtnir, einem Naturtölter, reiten. Der beste Reitlehrer, den ich je hatte, denn jetzt konnte ich nach nur ein paar Stunden klar unterscheiden, was ein sauberer Tölt ist und was nicht. Gerade der Nachmittag hat mir deshalb unglaublich viel Freude bereitet und der Galopp am Ende des Ritts über ein weiches Moosfeld war wie Fliegen, denn das Moos hat fast jeden Laut der Hufe verschluckt, sodass man nur den Wind, das Rascheln der Mähne und das leise Klimpern der Steigbügel hörte. Meine Reitgruppe hat sehr gut zusammen gepasst – alle hatten Spass am flotten Tempo. Der Reittag endete mit einem leckeren Picknick an einem schönen Platz mit grossem Wasserfall. Zurück am Hotel konnten wir bei Abendessen und Wein den Tag gemütlich ausklingen lassen.

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„Die drei Hörnern“ - Thrihyrningur
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Der zweite Tag führte uns durch das Tal des Hekla Vulkans. Heute ritt ich Vidir, der ein bisschen Aktivierung zum Tölten brauchte. Dank des gestrigen Nachmittags wusste ich nun was ich zu tun hatte, Zügel aufnehmen und die Hinterhand aktivieren. Vidir war mein zweit liebstes Pferd über die Reittage, denn er war sehr flott und sehr niedlich. Immer super bemüht alles gut zu machen und er hatte einen sehr schönen, toll zu sitzenden Tölt. Nach Kurven oder bei unebenem Gelände ist er oft wieder in einen Mischgang gefallen, aber ich fand das nicht schlimm, es war kurz unbequem, aber man hatte immer etwas zu tun. Der Rappe war wie ein kleiner, schwarzer Kaffee am morgen – Macht sehr munter und aufmerksam. Im Tal vom Hekla startet man direkt bei den „drei Hörnern“ Thrihyrningur, einem markanten Berg, neben dem ein kristallklarer Fluss seinen Weg durch ein tiefes, canyonartiges Flussbett bahnt. Unterwegs trafen wir auf einige Schafe, die uns freilaufend und aus sicherer Distanz beäugten. Die Mittagsrast verbrachten wir bei einer kleinen Höhle direkt am Fluss, wo die Pferde viel saftiges Gras zum Futtern fanden. Mein Highlight an diesem Tag war der Blick auf den schneebedeckten Hekla und die sehr grüne Landschaft. Wir sind oft neben den Wegen auf kleinen Wildpfaden direkt durch die grünen Moosfelder geritten. Kurz bevor wir den Trailer erreichten, erwischte uns ein sehr kräftiger Regenschauer, dank der guten Regenkleidung, die wir von Anfang an auf den Sattel gebunden hatten, blieben wir aber grössten Teils trocken.

Der dritte Tag versprach wunderschön zu werden. Gestartet wurde am schwarzen Lavastrand und heute war die Aussicht überwältigend, denn man konnte sehr weit über das Meer bis zur anderen Uferseite schauen und sah die drei markantesten, schneebedeckten Berge hinter dem Wasser auftauchen, darunter auch der Hekla Vulkan und der Eyjafjallajökull. Die Pferde waren, dafür, dass wir am Strand ritten, sehr entspannt und der Sand war an den meisten Stellen nicht allzu tief, sodass wir schöne, lange Galoppaden geniessen konnten. Nach dem Strand folgte der Ritt durch das langgezogene Flussdelta in Richtung Hof zurück. Es war recht frisch an diesem Tag und die Pferde waren munter. Im Flussdelta sammelten sich hunderte von Zugvögeln, die von hier aus in ihr nächstes Quartier aufbrechen. Unterwegs trafen wir auch auf einige, fast wild lebende Pferde mit Fohlen auf riesigen Weiden, von denen ich keine Begrenzungen ausmachen könnte bis auf zwei kleine Zäune über Stunden hinweg. Einige Pferde waren sogar auf Halbinseln tief im Flussdelta unterwegs, die ebenfalls zu den riesigen Weiden gehörten. Eine gute halbe Stunde, bevor wir zum Hof kamen klarte der Himmel noch einmal auf und wir genossen einen entspannten Tölt im Sonnenschein. Heute waren wir, da wir vom Ausgangspunkt aus direkt zum Hotel geritten sind, relativ früh wieder im Hotel. Ich nutzte die Gelegenheit für ein ausgiebiges Entspannungsbad im Hot Pot mit Sicht auf die Weiden, auf der ein paar Pferde entspannt grasten.

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Lavastrand mit Bergpanorama am Horizont
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Am letzten Reittag fuhren die Pferde und wir nach Reykjavik. Reykjavik hat eine grosse Reitergemeinschaft und die grossen Ställe, die fast schon an eigene, kleine Dörfer erinnern, verbindet ein weitläufiges Reitwegenetz, das sogar für die Wintermonate beleuchtet ist. Wir starteten beim ersten Stall und die Reitwege führten uns vorbei an Seen, Wäldern und Ställen. Hier waren auch einige Isländer unterwegs, die ihren Hobbys wie Fischen oder Rad fahren nachgingen. Es war eine interessante Erfahrung durch ein so urbanes und doch perfektes Reitgelände zu reiten, bei dem man schnell im Grünen war. Kaum um die letzte Stallecke gebogen hatte man vor sich Seengebiet oder Wald. Die Mittagsrast verbrachten wir auf einer schönen Anhöhe, von der aus man einen grossen See und die ersten Aussläufer von Reykjavik betrachten konnte. Mein Highlight war eine Lavaformation, die den Basalt wie eine Strassendecke aufgeknackt hatte. Darunter floss rote Erde, die den Basalt nach oben gedrückt hatte. Heute ritt ich zum Abschluss wieder mein Sofapferd und so machte der abschliessende, schnelle Tölt auf der grossen Ovalbahn sehr viel Spass. Alle Pferde gaben noch mal ihr Bestes und wollten die Nase auf der Rennbahn ganz vorn haben.

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Lavaformation vor Reykjavik
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Gern wäre ich noch viele Tage länger geblieben, doch leider hiess es an diesem Nachmittag sich von meiner netten Reitgruppe, unserem Guide und den Pferde zu verabschieden. An diesen Ritt werde ich mich immer mit Freude erinnern, nicht nur wegen der spektakulären Landschaft, sondern auch wegen der netten und aufgeschlossenen Art der Mitarbeiter vom Hof, dem komfortablen Reiterhotel, sowie der einmalig guten Tourenführung durch unsere Guides, die immer um uns und die Pferde bemüht waren, sodass alle Freude hatten. Und natürlich nicht zu vergessen die Islandpferde, die hier einen unglaublich tollen Charakter bewiesen haben, freundlich, gehfreudig und nervenstark. Nicht alle waren extrem menschenbezogen wie wir es oft von hier kennen, aber sie waren sehr gutmütig und Krauleinheiten waren immer willkommen.

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Styrtnir - Sofapferd
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Link zum Programm Südisland Exklusiv:
http://www.reiterreisen.com/lux007.htm
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