Reiturlaub im sonnigen Südtirol

Reiturlaub im sonnigen Südtirol

Beitragvon admin » 20 Apr 2016, 10:03

Zusammen mit ein paar Reiterfreundinnen machte ich mich Anfang April auf zu einem intensiven Reitwochenende nach Südtirol. Von Basel aus erreicht man den Biohof mit Landhotel in gut vier ein halb Stunden. Am Freitag Mittag werden wir herzlich empfangen. Erstmal geniessen wir einen hausgemachten Apfelstrudel und Bio-Apfelsaft. Der Hof baut in erster Linie Äpfel an, die roh, in der Küche und als Saft, Cidre oder Wein genossen werden. Stolz ist man darauf einer der allerersten Biobetriebe in Südtirol zu sein.
Nach kurzer Pause treffen wir den Hausherrn und Reitführer am Stall nebenan. Hier warten bereits vier freundliche Haflinger auf uns und George, das Kutschpferd. Der Noriker hat dieses Wochenende Reiteinsatz, da die neuen Haflinger des Hofs noch in der Eingewöhnung sind. George ist darüber nicht allzu erfreut, während er mit Kraft und Eifer seine Kutsche zieht, zählt Galoppieren nicht zu seinen Vorlieben, was er mit ein paar herzhaften Bucklern quittiert. Allerdings nur beim ersten Ausritt, danach ist der massige Riese mit rund 750 kg wieder ganz sanft. Am Freitag geht es bei einem zweistündigen Ausritt durch Apfelhaine und entlang der Etsch, die sich vom Vinschgau bis an die Adria erstreckt. Der Rückweg führt durch den Ort mit seinem mächtigen Viadukt und den schön renovierten Häusern. In jedem Garten stehen blühende Birnbäume oder Apfelreihen – Idylle pur!
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Nach einem schönen ersten Ritt treffen wir uns zum Abendessen im Hotelrestaurant. Das Menu verspricht ein exquisites 5-Gänge-Menu mit Häppchen, Suppe, Salat, Hauptspeise und Dessert und übertrifft die Erwartungen bei Weitem. Regionale Bioprodukte werden hier zu raffinierten Speisen verarbeitet. Dabei kann man beim Hauptgericht immer zwischen einem vegetarischen und einem normalen Gericht wählen. Auch das Fleisch ist selbstverständlich aus biologischer Erzeugung. Zum Essen gibt es eigenen Apfelsaft, Cidre oder Wein. Satt und zufrieden lassen wir uns in unsere bequemen neuen Hotelbetten fallen.
Am nächsten Tag wollen wir einen Tagesritt machen. Nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet satteln wir unsere Pferde. Da ich so leicht bin, bekomme ich heute Pony Felix angeboten, ein süßer Schimmelwallach, der sich freut, wenn er auch mal auf einen Tagesritt mit darf. Eifrig hält Felix mit den Haflingern und George mit und so geht es munteren Schrittes vom Dorf hinauf in die Berge. Ein wunderschöner Weg führt uns entlang der Berge in eine alpine Gegend mit Wiesen und üppigem Kiefernwald. Mehrere Weidetore müssen dabei geöffnet und wieder geschlossen werden, was meist auch vom Sattel aus gelingt. Der höchste Punkt auf unserem Ritt liegt auf etwa 1300 m ü.M., was uns einen grossartigen Blick über das weite Tal des Vinschgau beschert. Pünktlich zum Mittagspicknick bahnt sich endlich die Sonne den Weg durch die Wolken und so geniessen wir unsere Käse- und Wurstplatte Anfang April im T-Shirt. Wein und Apfelsaft dürfen wieder nicht fehlen. Das Picknick kommt dabei bequem per PKW, so dass wir uns um nichts zu kümmern brauchen. Die Pferde sind höchst zufrieden mit dem saftigen Gras und schlagen ordentlich zu. Der Heimritt führt zunächst durch ein Dorf und wieder hinunter ins Tal. Entlang der Etsch geht es im Galopp über einen ebenen Grasweg. Im nächsten Dorf erfolgt ein kurzer Kaffeestopp, bevor wir den Fluss überqueren und einen breiten Weg zwischen Felsen und Wasser einschlagen. Vorbei an einem kleinen See und durch einen schönen Apfelhain geht es schliesslich zurück zum Stall.
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Vor dem Abendessen reicht es nun noch für einen Besuch im nahe gelegenen Spa, was im Preis inbegriffen ist. Danach geniessen wir das köstliche Menu in vollen Zügen und lassen den Abend mit einem Glas Wein ausklingen.
Am nächsten Morgen weckt uns herrlichster Sonnenschein. Der Blick vom Balkon ist traumhaft: Über dem historischen Hof mit blühenden Obstbäumen erheben sich Schnee bedeckte Berge - Aufstehen ist da leicht gemacht! Zum Abschluss geht es auf einen Halbtagesritt, diesmal in Richtung Osten. Durch die Apfelwiesen geht es bald über einen schönen Panoramaweg in den Kiefernwald. Ein schmaler Trampelpfad führt uns hoch hinaus zu einem wunderschönen Aussichtspunkt mit Blick über das weite Tal und die Berge. Anschliessend geht es wieder durch den Wald zu einem Dorf im Tal. Durch die Ebene reiten wir mitten durch die Apfelreihen, die allmählich zu blühen beginnen. Bei strahlendem Sonnenschein könnte es nicht schöner sein! Bevor wir den Hof erreichen, reiten wir noch einen schmalen Pfad entlang, einen so genannten Wallweg, über den früher Wasser ins Tal geleitet wurde. Die Ebene des Vinschgau ist tatsächlich extrem trocken, was zum Reiten natürlich super ist. Die Apfelbäume werden daher kräftig bewässert. Zusammen mit den vielen Sonnestunden ist so eine gute Ernte garantiert.
Wir passieren auch den Reitplatz, der inmitten den Obstwiesen ruhig und idyllisch am Dorfrand liegt. Dann heisst es Abschied nehmen von den freundlichen Hafis. Meine Stute für den heutigen Ritt ist ein tolles Pferd, aufgeweckt und schön zu reiten. So findet unser Reitwochenende einen krönenden Abschluss. Die Pferde leben von März bis Anfang November im historischen Stall direkt beim Hotel, anschliessend haben sie Koppelferien in der Herde.
Auf der Terrasse des Hotels geniessen wir einen gekühlten Cider, bevor wir uns auch schon auf den Rückweg machen. Unterwegs besuchen wir noch eine der vielen Burgen mit riesigem Rüstungssaal. Ohne Zweifel bietet der Vinschgau auch für ein oder zwei Wochen beste Voraussetzungen für einen tollen Urlaub in den Bergen. Reiterlich wird alles geboten, von Reitstunden für Einsteiger und Kinder bis hin zum 2-Tages-Ritt, immer in kleinen Gruppen von maximal 6 Personen. Wer mit der Familie kommt, profitiert übrigens von Kinderbetreuung. Ein Spielplatz und ein Spielzimmer sind ebenso vorhanden. Ein Urlaub, der keine Wünsche offen lässt!
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Link zum Programm: www.reiterreisen.com/vilsta.htm
Jessica Kiefer, April 2016
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