Trail in den Snowy Mountains – ein australisches Abenteuer

Trail in den Snowy Mountains – ein australisches Abenteuer

Beitragvon admin » 22 Apr 2015, 08:50

Von Sydney aus mache ich mich per Mietwagen auf den Weg über Canberra, Australiens Hauptstadt, in die Snowy Mountains. Kurz hinter Cooma geht es immer weiter in die ländliche Idylle und Weite der Snowy Mountains. Im Winter kann man hier sogar Ski fahren! Weiter Richtung Jindabyne dann abbiegen auf eine Schotterstrasse, der ich 7 km bis zur Farm folge, meinem Ziel für die kommende Woche. Herzlich werde ich von Roslyn und Rod empfangen und kann direkt mein Zimmer beziehen. Diese liegen in einem Nebengebäude mit Aufenthaltsraum und einem grossen Bad mit mehreren Duschen und Toiletten. Nach und nach trudeln auch die anderen Gäste ein und etliche Mengen Gepäck werden von den Autos in die Zimmer gebracht. Der Apéro und das Abendessen wird im Haupthaus serviert, alle an einer langen, schön gedeckten Tafel. Zuerst aber Getränke und Wein mit Oliven, Käse und Wurst in der Sitzlandschaft neben den zentralen riesigen Kamin. Dann werden alle zu Tisch gebeten: alle Gäste aber auch die Guides, die uns diese Woche begleiten werden. So lernen wir die Gruppe der Woche schon einmal kennen. Ein Salat als Vorspeise, Fleisch oder Halumi mit Kürbispüree, Gemüse und Blätterteigtasche als Hauptspeise und Zitronenkuchen mit Eis als Nachtisch, köstlich… Eine kurze Einführung und dann geht es schlafen, denn morgen beginnt das Campingabenteuer in den Bergen.

Ein reichhaltiges Frühstück erwartet uns bevor alle gestärkt das Gepäck für die Woche in den Trailer laden, der alles direkt ins Camp bringt. Die Oilskins werden leihweise ausgegeben ebenso kann man Schlafsack, Chaps, Stiefelletten und notfalls auch Reithosen ausleihen. Helme sind Pflicht und werden ebenso, wenn benötigt, verteilt. Gut versorgt werden wir Reiter per Bus abgeholt und zu den Pferden gebracht, die auf einer Weide stehen. Die Guides haben für den ersten Tag die Pferde bereits gesattelt und getrenst und teilen jedem das Passende Pferd zu, welches wir die ganze Woche über behalten. Dazu kommen 1-2 Ersatzpferde und 1-2 Packpferde, die uns frei laufend begleiten. Insgesamt ist unsere Gruppe gross mit 2 Guides und 16 Reitern aber die Pferde sind grandios und auch unterschiedliche Reitniveaus gleichen sich entsprechend aus: Hier geht es um ein Naturerlebnis in der Wildnis mit Campingabenteuer. Ich bekomme Pepper einen Schimmel zugeteilt, das einzige weisse Pferd inmitten der Braunen und Füchse. Heute führt uns der Ritt zum Camp beginnend mit einem schmalen Pfad der über etliche Hügel führt und sich durch Wald schlängelt bis wir eine Lichtung erreichen unseren heutigen Picknick Lunchplatz. Die Pferde dürfen frei grasen (nur eines wird angebunden) und wir geniessen Sandwiches, die wir uns selbst belegen können: Tomaten, Salat, Mais, Thunfisch, Hühnchen, Sprossen dazu Wasser aus dem Bach und Kaffee & Tee auf dem Lagerfeuer.
Gut erholt geht es wieder auf die Pferde und auch der kurze Schauer dient eher der Einweihung der Oilskins als dem Nasswerden. Hier in den Bergen kann das Wetter schnell wechseln und umschlagen. Wir schlängeln uns weiter durch Pfade und überreiten einen letzten Hügel auf eine schöne Lichtung, wo das Camp schon bereit steht. Nach ca. 6 ½ Stunden werden die Pferde abgesattelt und dürfen noch frei grasen oder am naheliegenden Bachlauf trinken. Wir richten uns in den großen und komfortablen Zelten ein. Genügend Matratzen, Kissen und Decken garantieren eine gute Nachtruhe. Eine Buschdusche in einem separaten Zelt mit auf dem Feuer erhitzen Wasser werden wir noch zu schätzen lernen und auch feste Toilettenhäuschen sind nicht weit entfernt. Aber der zentrale Punkt ist das Lagerfeuer mit den Stühlen drum herum und der Campingkochwagen, wo die leckersten Gerichte durch Frank gezaubert werden. Natürlich immer 3 Gänge, auch im Camp!
Heute Abend starten wir mit Zwiebelsuppe dann frisch gegrillten Fisch mit Kartoffeln und Salat und als Nachtisch Obstsalat. Kaffee und Tee werden durchgehend auf dem Feuer zubereitet und stehen ebenso wie Wasser und Sirup zur Verfügung. Auch Bier, Wein und Softdrinks liegen (gegen Strichliste) bereit. Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende und nach und nach verschwinden alle in Ihren Zelten.
Heute wie auch jeden Morgen erwartet uns ein richtiges Cowboyfrühstück: Spiegeleier, Speck, Würstchen, Porrige, Red Beans, Toast und Aufstrich dazu Kaffee und Tee. Manchmal auch Rösti dazu. Eines ist klar hungrig bleibt hier keiner!
Gegen 10:00 Uhr starten wir vorher bekommen wir die Pferde aus dem Paddock, wo sie nächtigen. Aufsatteln und los: Auch heute überreiten wir einige Berge und durchqueren Ebenen. Diese Weite ist unglaublich: man kann hier kilometerweit schauen. Das begleitende Packpferd bringt unseren Lunch sicher zu einer kleinen Hütte, wo wir heute Mittagsrast machen. Auch zwei vorbeikommende Wanderer gesellen sich für einen Plausch zu uns, sehr australisch und entspannt. Der Nachmittag hält noch einige Überraschungen für uns bereit, wir überreiten einer der zahlreichen Kuppen und kommen dann in eine riesige Ebene auf der wir mehrere Brumbie Herden entdecken. Sogar eine mit mehreren Stuten mit Fohlen. Die Hengste wachen aufmerksam über sie. Ich hatte gehofft, dass wir in den Genuss kommen diese australischen Wildpferde zu sehen. Wir ziehen durch die Ebene bevor wir nach 7 ½ Stunden wieder das Camp erreichen unserem längsten Reittag. Auch heute Abend erwartet uns wieder ein köstliches Abendessen bei dem wir uns um das Lagerfeuer versammeln und die Erlebnisse des Tages austauschen.
Den neuen Tag beginnen wir wie immer mit Frühstück bevor wir auch heute über einen Berg starten und auch sonst steht heute ein wenig Kletterei an. Wir überqueren die Kuppen und oben gibt es immer wieder schöne Ausblicke auf die Täler und Ebenen bis wir an einem Bachlauf unseren Mittagsplatz erreichen. Einige nehmen ein erfrischendes Bad im Fluss bevor es Lunch gibt und die Pferde Ihre wohlverdiente Pause bekommen. Auch der zweite Teil führt uns, im Gegensatz zu gestern, wo wir in der Ebene unterwegs waren, eher über Hügel. Heute kommen die Oilskins zum Einsatz, da es kurz regnet aber schnell wieder aufhört. Die Pferde lassen sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Auch Flussdurchquerungen und steilere Passagen hinauf und hinab meistern sie gelassen und absolut trittsicher. Und so bringen sie uns nach gut 5 Stunden zurück ins Camp. Eine erfrischende warme Buschdusche und dann gibt es eine Lektion im „Peitsche schwingen“. Wir dürfen das ausprobieren und was leicht aussieht erfordert einiges Geschick. Hungrig freuen wir uns auf das Essen und sitzen am Lagerfeuer zusammen. Die Gruppe besteht gross teils aus Australiern: Janna, Nick und Kathy als Reitführer, die uns sicher durch die Berge leiten, Paul und Roz, die beide im Outback wohnen, eine 4 köpfige Familie die aus Sydney kommt und gemeinsam Reiturlaub macht, zwei Mutter Tochter und ein Vater und Tochter Gespann und Andrea die einzige andere „Nicht Aussi“ die gerade auf einer Farm arbeitet und meine Zimmerteilerin. Die Stimmung ist gut und wir haben eine entspannte Zeit in den Bergen, unglaublich beeindruckt bin ich von der Gelassenheit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Australier. Die meisten hatten eine 2 Tagesreise, um in die Berge zu kommen- für Australien eher kurze Wege…
Heute geht es zur Four Miles Hut, ein weiterer langer Reittag steht uns bevor. Pepper bringt mich sicher ans Ziel. Einzelne Galopps abseits der Gruppe und einige Fotostopps stehen ebenfalls auf dem Programm bevor wir die Hütte erreichen. Auch heute ist die Landschaft wieder anders und abwechslungsreich und immer wieder diese unglaublich Weite! Ein kurzer Schauer führt uns in die Hütte, die noch ausgestattet ist bevor wir in einer grossen Schleife ein letztes Mal zum Camp zurückreiten. 6 ½ Stunden im Sattel bevor wir unser Abendessen heute im Aufenthaltszelt geniessen, da ein kurzer Schauer über uns hinwegzieht. Kurz darauf ist alles wieder trocken und wir sehen wieder bis ins Tal hinein und geniessen die Lagerfeueridylle bis spät in die Nacht.
Der letzte Reittag bricht an, leider… Ein letztes Cowboyfrühstück am Feuer bevor ein jeder seine Sachen wieder in den Trailer lädt und dann steigen wir ein letztes Mal auf. Es geht über den „Haushügel“ bevor wir in einen Wald eintauchen, in dem die Vögel nur so zwitschern. Heute Mittag rasten wir an einem Fluss den wir im Anschluss zu Pferd überqueren. Ein letzter Berg bevor wir eine immense Ebene erreichen. Die Sonne lacht und klischeehaft durchstreifen Känguruherden die Ebene und ein Galopp bei dieser Umgebung ist unglaublich. Wir reiten bis zu einem großen See an dem etliche Tiere zum Trinken pilgern und dann weiter zum Ausgangspunkt. Der Himmel vergisst ein paar Tränen als wir die Pferde absatteln und auf Ihre Weide bringen, wo sie das Wochenende entspannen können. Wir werden nach dem Abschied von unseren verlässlichen Begleitern abgeholt und zurück zur Farm gebracht. Der Trailer ist bereits da und jeder bezieht wieder sein Zimmer für die letzte Nacht bevor die Duschen heiss laufen. Nach und nach treffen alle zum Apéro ein bevor ein köstliches 3 Gang Menü von Frank serviert wird. Rege tauschen sich alle über die Erlebnisse in den Snowy Mountains aus und die ausgelassene Stimmung währt noch lange in der Kaminecke nach.
Ein letztes Frühstück dann heisst es Abschied nehmen nach dieser schönen Woche in den Snowys. Auch ich muss mich wieder auf dem Weg Richtung Sydney machen, back in die Zivilisation. Aber die australischen Impressionen dieser Reittour haben eine bleibende Erinnerung. Sehr empfehlenswertes australisches Outbackabenteuer in den Snowy Mountains mit komfortablen Camp, sehr gutem Essen und gelassenen Pferden.

Julia Wies, Januar 2015

Link zum Programm: www.reiterreisen.com/it-aurt05.htm
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